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Thema: organisches Psychosyndrom u. einiges mehr

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In dieser Diskussion geht es um "organisches Psychosyndrom u. einiges mehr" im "Psychische Erkrankungen" Forum, als Teil von Patientenfragen.net
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  1. #1
    Altenpflegerin Avatar von clawie
    Geschlecht
    weiblich
    Alter
    60 Jahre
    Wohnort
    Wolfsburg
    Mitglied seit
    25.03.2009
    Beiträge
    28
    Diese Person ist in einem medizinischen Beruf tätig

    Standard organisches Psychosyndrom u. einiges mehr

    Hallo,
    ich hoffe das man uns (mir und meinem Mann) auf diesem Wege mit Rat und Tat helfen kann. Den wir sind so langsam am Ende.
    Ich muß die ganze Geschichte aber vom Anfang beginnen, kann etwas länger werden denn sonst sind die Hintergründe nicht zu verstehen. Dabei geht es um meinen Schwager bzw. Bruder (46 J. alt). Also es fing an mit einer Reise nach Thailand. In der letzten Urlaubswoche hatte mein Schwager sehr starke Ohren- u. Kopfschmerzen. Seine Freundin und sein dort lebender Freund sind also zum Arzt (war eine Arzthelferin). Dort wurde ihm das li. Ohr durchgespült trotz Angabe das ein Loch im Trommelfell ist. Zu Hause redete er nur wirres Zeug und die Schmerzen wurden immer schlimmer. Nach ein paar Tagen erfolgte dann die Rückreise nach Deutschland. Bei einem Besuch bei uns stellten wir fest das er Wortfindungsstörungen hat u. d. mit dem Kurzzeitgedächtnis nichts i.O. ist. Der HNO-Arzt hatte ihn hier mit einer Mittelohrentzündung und Ibuprofentabl. abgespeißt. Das Verhalten verschlimmerte sich worauf mein Mann dann auf ein CT d. Kopfes bestand. M. d. Erfolg das die Diagnose lautete - linkstemporale Blutung bei ruptiertem Mediabifurkationsaneurysma- Damit wurde er sofort als liegend Transport in die MHH Hannover eingewiesen. Sofortige OP mit gleichzeitiger Feststellung das dies schon ein paar Tage her sein muß. Er lag dort 6/8 Tage im Koma u. wurde dann auf eine "Normale" Station verlegt.
    Das ist die Vorgeschichte.
    Hier ging es i. d. Sinne weiter das mein Schwager aggressiv gegenüber seiner Mutter wurde sodaß ich mit 2 Pflegekräfte dazwischen gehen mußte. Wiederholte sich auch noch dem Pflegepesonal gegenüber. Gleichzeitig wurden wir alle auf´s übelste beschimpft, alles unter der Gürtellienie. Z. d. Zeit sind wir jeden 2. Tag Hin- und Rückfahrt ca. 190 km gefahren. Ende November erfolgte d. -Verlegung i. d. Rehaeinrichtung i. Hessisch-Oldendorf, Hin- u. Rückfahrt ca. 280km. am Wochenende.
    Das Spiel ging wieder weiter Meinem Mann hat man die 1. Betreuung mittlerweile für weitere 2 J. verlängert. Mein Schwager drohte dort mit Selbstmord und weglaufen und weiteren Beleidigungen allen Personen gegenüber. Seit Feb. d. J. durften wir ihn
    im Rahmen der Erprobung im heimischen Umfeld jedes Wochenende nach Hause holen u. wieder wegbringen. Also 2 mal je 280 km am Wochenende. Auch dann hörten die Beleidigungen, Erpressungen usw. nicht auf. Seit Mai ist er nun i. Braunlage/Harz. In dieses Pflegeheim kam er mit folgender Diagnose.
    "Organisches Psychosyndrom mit Beeinträchtigungen sämtlicher kognitiver un mnestischer Funktionen sowie eine semantische Aphasie, Dyslexie, Agraphie u. Apraxie"
    D. Verbesserungen sind minimal, man sagte uns auch das das Ganze nicht mehr 100 % wird. D. Problem ist hierbei meine Schwiegermutter die immer behauptet das alles wieder gut wird u. er nach d. Sommer (Sept.) wieder alles kann. Ihr Prinz ist jedes Wochenende besser drauf - können wir nicht bestätigen- Mein Mann wird als "Faule S..." beschimpft. "Er (Bruder) macht ja nichts für ihn usw." Dabei gibt es ständig Tage an denen mein Mann mit 2 Telefonen gleichzeitig telefoniert u. d. Schriftkram.
    Es fehle die Krankheitseinsicht wurde uns gesagt. Aber meine Schwiegermutter hat schon das ganze Leben lang Ihren Jüngsten vorgezogen (mein Mann ist und bleibt der Schlimmste).
    Am 23.06 erfolgt d. Begutachtung durch d. MDK. Wir und unser Sohn (22 J.) sind schon nervlich am Ende und wissen einfach nicht mehr weiter. Unser Familienleben findet fast nicht mehr statt u. wenn dann Streit, obwohl wir 3 uns einig sind.
    Wie können wir uns d. einzelnen Personen gegenüber verhalten (Schwiegermutter, Schwager)
    Gibt es evtl. Personen die ähnliches mit Angehörigen durchgemacht haben?
    Denn zu allem Überfluß mußte meine Mama sich auch noch vor 1. Woche d. re. Speiche u. d. li. Oberschenkel brechen. Weitere 40 km zusätzlich jeden 2 Tag.
    Mein Mann u. ich sind selbst auch chronisch krank.
    Mein Mann - Tinnitus, Bluthochdruck, Bandscheibenschäden
    Ich - COPD m. Lungenemphysem, Bandscheibenschäden, Arthrose i. bd. Knien, Rheuma und seit einer Woche Oedeme i. d. Knöcheln.
    Über Ratschläge würde ich mich sehr freuen und sage schon mal
    danke - claudia

  2. #2
    Christiane
    Gast

    Standard AW: organisches Psychosyndrom u. einiges mehr

    Hallo Claudia,

    das ist eine ziemlich schwierige Situation. Es gibt hin und wieder Patienten, die sich wieder erholen. Oft bleiben sie aber schwierig. Ich möchte euch also die Hoffnung nicht nehmen.

    Leider bemerkt dein Schwager nicht, dass er sich anders verhält. Seine Wahrnehmung hat sich durch den Schlaganfall verändert. Da die Leute in seiner Umgebung nicht das sehen, was er sieht und empfindet, ist er irritiert. Das kann er nur durch Aggressionen äußern. Das ist vergleichbar mit dem Gefühl, was du hast, wenn du dich unverstanden fühlst: du bist genervt und verhältst dich entsprechend.

    Eigentlich hilft nur eine Faustregel: immer ruhig und freundlich bleiben, auch wenn es schwerfällt. Lasst euch auf keine Diskussionen ein. Wenn er sich komisch verhält (bitte nicht falsch verstehen), versucht auf diese Schiene aufzuspringen und ihn über Umwege abzulenken.

    Die kognitiven Fähigkeiten und auch die Wahrnehmung kann man mittels Ergotherapie trainieren. Das dauert aber seine Zeit. Evl kann man ihn auch mit einem Medikament unterstützen, falls er z.B. unter Schlafstörungen leidet.

    Du hast bestimmt noch viele Fragen an uns. Wir werden versuchen, dich bzw euch weiterhin zu unterstützen.

    Alles Gute für euch,
    LG Christiane

  3. #3
    Mag Menschen Avatar von katzograph
    Geschlecht
    maennlich
    Alter
    72 Jahre
    Wohnort
    Lübeck
    Mitglied seit
    20.02.2008
    Beiträge
    680

    Standard AW: organisches Psychosyndrom u. einiges mehr

    Hallo clawie,

    eigentlich gibt es nicht viel hinzuzufügen zu dem was Christiane Euch empfielt, aber gestattet mir noch einen kleinen Hinweis aus eigener Erfahrung : soviel Ihr auch helfen möchtet und könnt, vergesst nicht, dass in erster Linie Eure kleine Familie und Ihr selbst das Wichtigste seid. Wenn Ihr noch kränker werdet oder Euch über den Stress dieser Situation entzweit, könnt Ihr niemanden mehr helfen und wahrscheinlich hilft Euch dann keiner. Also dringende Empfehlung, eine gesunde Portion Egoismus um Eure Gesundheit und Zusammenhalt zu stärken. Ihr werdet sehen, wenn es Euch besser geht, wird das Helfen auch leichter.
    In diesem Sinne

    Gruß
    katzograph
    Das Gegenteil einer großen Wahrheit ist eine andere Wahrheit.

    Niels Bohr

  4. #4
    Altenpflegerin Avatar von clawie
    Geschlecht
    weiblich
    Alter
    60 Jahre
    Wohnort
    Wolfsburg
    Mitglied seit
    25.03.2009
    Beiträge
    28
    Diese Person ist in einem medizinischen Beruf tätig

    Standard AW: organisches Psychosyndrom u. einiges mehr

    Hallo,
    ich wollte mich heute endlich für eure Ratschläge bedanken auch in Namen meines Mannes. Wollte jetzt nur den letzten Stand der Sache berichten.
    Also am Di. war der Termin m. d. MDK. D. Gutachterin befragte meinen Schwager wie es zur Erkrankung kam und er beantwortete dieses fast genau. Im weiteren Gesprächsverlauf kam es wiederholte zu aggressiven Ausfällen mit drohenden Fäusten usw. Dies unterstrich er dann auch noch damit das er sagte: "Wenn ich länger als bis 08. d.J. hier bleiben muß haue ich hier ab." Daraufhin wurde der Aufenthalt schon mal verlängert bis mindestens 12. d.J. Gleichzeitig sieht er es nicht ein warum er allein bzw. mit Therapeuten zusammen üben soll. "Die sind doch alle dumme Schw..., faul, blöde und einiges mehr. Gemeint ist damit das Pflegepersonal.
    Als Antwort bekam er das er z. Z. noch nicht einmal fähig sei in einer Werkstatt für Behinderte beschäftigt zu werden.
    Die Gutachterin bezog sich hier auf sämtliche vorliegenden Befunde und Dokumentationen. Im abschließenden Gespräch wurde der Rat erteilt die EU - Rente zu beantragen.
    Als wir uns dann von meinem Schwager verabschiedeten fragte er uns nur "Wo denn endlich der oder die zum Gespräch kommen?"
    Eine Antwort konnten wir uns sparen. Wir haben an diesem Tage einiges gelernt und uns sind die gleichen Ratschläge gegeben worden wie von euch. Nun wollen mein Mann und ich versuchen diese auch umzusetzten. Schließlich wollen wir uns auch endlich wieder mehr unserem Hobby und unseren Hunden widmen.
    Wir danken euch für die Ratschläge und kommen auf euch zurück wenn wir weitere Fragen haben.
    Also DANKE - claudia -

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