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Thema: Schizoide Persönlichkeitsstörung

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In dieser Diskussion geht es um "Schizoide Persönlichkeitsstörung" im "Psychische Erkrankungen" Forum, als Teil von Patientenfragen.net
...

  1. #1
    Fühlt sich wohl hier Avatar von Charles Brandon
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    Standard Schizoide Persönlichkeitsstörung

    Liebe Forumteilnehmer!

    Bisher habe ich hier im Forum Fragen zu einigen körperlichen Symptomen gestellt. Mein eigentlicher Dauerzustand ist aber die SCHIZOIDE PERSÖNLICHKEITSSTÖRUNG (hat nichts mit Schizophrenie zu tun!). Zur Beschreibung orientiere ich mich am besten an der Klassifikation nach ICD-10, weil ich dem so schön und in ziemlich extremem Ausmaß entspreche:

    Mindestens drei der folgenden Eigenschaften oder Verhaltensweisen müssen vorliegen:

    1. wenn überhaupt, dann bereiten nur wenige Tätigkeiten Freude;
    Trifft auf mich absolut zu. Das Leben langweilt mich zu Tode.

    2. zeigt emotionale Kühle, Distanziertheit oder einen abgeflachten Affekt;
    Trifft zu. Allerdings kann ich mich einigermaßen verstellen. Wahrscheinlich wirke ich auf viele Menschen zunächst freundlich (bin ich ja auch!). Aber sobald sie versuchen, mich näher kennenzulernen, ziehe ich mich zurück.

    3. reduzierte Fähigkeit, warme, zärtliche Gefühle für andere, oder Ärger auszudrücken;
    Trifft zu.

    4. erscheint gleichgültig gegenüber Lob oder Kritik von anderen;
    Trifft nicht zu. Mit diesem Punkt der Klassifizierung bin ich nicht ganz einverstanden. Einerseits kann man sich zwar vorstellen, daß diese Gleichgültigkeit ins Gesamtbild paßt. Anderseits bedeutet Lob immerhin, daß man seinen Kram ungestört weitermachen kann, während Kritik eine Belästigung darstellt. Insofern kann die Empfänglichkeit für Lob und Kritik sehr wohl schizoid sein.

    5. wenig Interesse an sexuellen Erfahrungen mit einem anderen Menschen;
    Trifft absolut zu.

    6. fast immer Bevorzugung von Aktivitäten, die alleine durchzuführen sind;
    Trifft absolut zu.

    7. übermäßige Inanspruchnahme durch Phantasien und Introvertiertheit;
    Trifft teilweise zu. Im Laufe der Jahre habe ich gelernt, mich gedanklich weniger mit mir selbst zu beschäftigen.

    8. hat keine oder wünscht keine engen Freunde oder vertrauensvollen Beziehungen (oder höchstens eine);
    Trifft zu. Ich habe keine Freunde und auch keine "Bekannten", bin also immer alleine. Natürlich weiß ich, daß es besser wäre, wenn es anders wäre. Aber dieser Wunsch nach mehr Normalität ist nicht wirklich der Wunsch nach mehr menschlichen Kontakten. Es ist nicht gut, immer alleine zu sein, aber nicht alleine zu sein, ist noch schwerer zu ertragen! Für dieses Dilemma gibt es keine Lösung.

    9. deutlich mangelndes Gespür für geltende soziale Normen und Konventionen. Wenn sie nicht befolgt werden, geschieht das unabsichtlich.
    Trifft teilweise zu. Im Prinzip kenne ich zwar die Normen, aber es fällt mir manchmal schwer, sie anzuwenden.


    Wie man sieht, erreiche ich weit mehr als die geforderten drei Punkte. Darüber hinaus habe ich einige Marotten, die mich weiter in Richtung Asperger-Syndrom bringen, aber die Grundhaltung ist doch eindeutig extrem schizoid. Gemildert wird es durch meinen trockenen Humor und meine Selbstironie. Mit diesen Eigenschaften bin ich unter den Schizoiden vielleicht eine Ausnahme.

    Dies ist keine Frage und auch kein Hilferuf, sondern eine Art Selbstvorstellung. Im weltweiten Internet habe ich bisher noch niemanden gefunden, der mir hinreichend ähnlich zu sein scheint, auch nicht in Autismuskreisen. Selbst da bin ich ein Unikum.

    C.B.
    Geändert von Charles Brandon (25.12.2008 um 11:46 Uhr)

  2. #2
    corvus corax
    Gast

    Standard AW: Schizoide Persönlichkeitsstörung

    Hallo erstmal... und Danke für Deine Vorstellung

    Einmal mehr fühle ich mich bestärkt, dass die Klassifkationen egal nach welchem System rechtweitgesteckt sind und mit entsprechender Interpretation auf sehr viele Menschen zutrefen könnten.

    Gleich vorweg, ich habe diese Diagnose nicht und erkenne mich trotzdem in manchem wieder... das hängt aber vermutlich eher damit usammen, dass vorallem im Bereich der Persönlichkeitsstörungen eh oft ganz "normale" Sachen ausser Kontrolle geraten und somit erst in ihrem Gesamtbild die Erkrankung ausmachen... nicht umsonst gab es auch mal die Umschreibung als "verrückte" Normale oder auch die Umschreibung des "ganz normalen Wahnsinns" .

    Es gibt viele Menschen mit einer PS die nicht als krank gelten, sondern allenfalls als sonderbar, exzentrisch, etwas eigen... etc. etc.
    Was sehr wichtig dabei ist, ob ein Leidensdruck besteht, oder es einfach nur eine objektive Betrachtungsweise ist, die aber kein weiteres Konflktpotential beinhaltet.



    1. wenn überhaupt, dann bereiten nur wenige Tätigkeiten Freude;
    könnte ich auch bejahen. Jedoch kann ich mich an einigen Sachen sogar sehr erfreuen

    2. zeigt emotionale Kühle, Distanziertheit oder einen abgeflachten Affekt;
    Auch dies trifft auf mich zu... aber im Sinne von "Gefühle nicht zu sehr an mich heranlassen" oft eher einem erlernten Verhalten entsprechend, also m Sinne von - es geschieht was... die adäquate Verhaltensweise wäre dann also..."

    3. reduzierte Fähigkeit, warme, zärtliche Gefühle für andere, oder Ärger auszudrücken;
    Trifft weniger zu... vor allem der Bereich des Ärgers, mit den warmen und zärtlichen Gefühlen entspricht dies eher wieder dem Punkt 2

    4. erscheint gleichgültig gegenüber Lob oder Kritik von anderen;
    Trifft teilweise zu, Kritik nehm ich mir sehr zu Herzen, Lob wird "zur Kenntnis genommen" da dies ja "nur" bestätigt was erwartet wird... also "eine Arbeit hat korrekt gemacht zu werden, sonst kann man sie auch lassen"

    5. wenig Interesse an sexuellen Erfahrungen mit einem anderen Menschen;
    Trifft oft zu, weiss grad nicht wie es anders formulieren.

    6. fast immer Bevorzugung von Aktivitäten, die alleine durchzuführen sind;
    Trifft teilweise zu. Nicht weil ch nicht gerne in Gesellschaft wäre, sondern weil ich meist eine mir eigenen Art habe, wie ch etwas "gemacht haben möchte"

    7. übermäßige Inanspruchnahme durch Phantasien und Introvertiertheit;
    Trifft teilweise zu. Grübeleien gehören zu mir wie das Wasser zum Meer

    8. hat keine oder wünscht keine engen Freunde oder vertrauensvollen Beziehungen (oder höchstens eine);
    Nur ganz wenige richtige Freunde, einige Bekanntschaften die oft eher "zweckgebunden" sind

    9. deutlich mangelndes Gespür für geltende soziale Normen und Konventionen. Wenn sie nicht befolgt werden, geschieht das unabsichtlich.
    Trifft nicht zu... manchmal bewsstes in Frage stellen derselben und austesten

  3. #3
    Ganz neu hier
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    Standard AW: Schizoide Persönlichkeitsstörung

    Nabend,
    hauptsächlich hat mich dein Satz über deine Selbstironie verwundert, denn dies ist etwas was auch ich bei keinem anderen im Internet gefunden hatte obwohl ich regelmäßig (mehr als Zeitvertreib) diverse Foren durchsuche, wie andere Mit"leidende" ihre Situation sehen.
    Zunächst...

    1. wenn überhaupt, dann bereiten nur wenige Tätigkeiten Freude;

    Korrekt, außer Musik gibt es eigentlich nichts womit ich mich länger beschäftigen könnte.

    2. zeigt emotionale Kühle, Distanziertheit oder einen abgeflachten Affekt;
    Stimmt, bemerk ich auch immer wieder das ich kaum aus der Ruhe zu bringen bin, was allerdings auch Nachteile mit sich bringt wenn mir Leute etwas von ihrem Leben erzählen und es mich nicht wirklich interessiert.

    3. reduzierte Fähigkeit, warme, zärtliche Gefühle für andere, oder Ärger auszudrücken;
    Korrekt, siehe 2.

    4. erscheint gleichgültig gegenüber Lob oder Kritik von anderen;
    Korrekt...weitere Anmerkung weiter unten.

    5. wenig Interesse an sexuellen Erfahrungen mit einem anderen Menschen;
    Stimmt.

    6. fast immer Bevorzugung von Aktivitäten, die alleine durchzuführen sind;
    Stimmt soweit.

    7. übermäßige Inanspruchnahme durch Phantasien und Introvertiertheit;
    Ich bin sehr viel in Grübeleien versunken. Phantasie nur eingeschränkt, da ich es meist abbreche sobald ich es bemerke. Hat wohl etwas mit Erziehung zu tun.

    8. hat keine oder wünscht keine engen Freunde oder vertrauensvollen Beziehungen (oder höchstens eine);
    "Freunde"...naja eingeschränkt. Aber vertrauensvoll von meiner Seite aus gar nicht auch wenn sie mir jeden Mist erzählen.

    9. deutlich mangelndes Gespür für geltende soziale Normen und Konventionen. Wenn sie nicht befolgt werden, geschieht das unabsichtlich.
    Mir ist es wenn noch nicht aufgefallen, dass sich wer aufgeregt hat auch wenn man meines Erachtens die sozialen Normen größtenteils streichen kann.

    Noch zu der Anmerkung:
    Bei Punkt 4 war ich zunächst auch verwundert, aber mittlerweile erkenne ich das ich Kritik eher deswegen umsetze um keinen Stress zu haben, da es mir an sich egal ist was ich mache. Lob betrachte ich auch eher als neutral da Lob an sich keinen Stress, also Ruhe bedeutet.

    Ruhe ist etwas sehr wichtiges in meinem Leben und die Selbstironie folgt eher aus einer Abwehrhaltung um das Gegenüber zu besänftigen was Stress vermeidet und somit Ruhe mit sich bringt.

    mfg

  4. #4
    Fühlt sich wohl hier Avatar von Charles Brandon
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    Standard AW: Schizoide Persönlichkeitsstörung

    Hallo Zenon!

    Anscheinend sind wir uns relativ ähnlich. Ein wichtiger Maßstab dafür wäre der Grad der "Vereinsamung". Corvus corax schreibt oben, er habe "nur ganz wenige richtige Freunde, einige Bekanntschaften die oft eher 'zweckgebunden' sind." - Ob man "ganz wenige" Freunde/Bekannte hat oder ob da wirklich überhaupt niemand ist, ist allerdings ein wesentlicher Unterschied! Nun liegt es in der Natur der Sache, daß Schizoide sich nicht "einsam" fühlen, solange sie alleine sind. Erst unter Menschen fühlen sie sich unwohl, fehl am Platz, meinetwegen auch "einsam". Das bedeutet aber nicht zwangsläufig, daß Schizoide im Alleinesein total glücklich sind. Es ist ein zweischneidiges Schwert. Wie ich schon schrieb: Es ist nicht schön, immer alleine zu sein, aber in Gesellschaft von Menschen ist es eben noch übler. "Gemütliches Beisammensein", Smalltalk usw. - ein Horror!


    >
    Selbstironie

    Ich bin schon seit 1993 im Internet. In den ersten Jahren war ich fast nur im Autismus-Bereich aktiv, u.a. im Umfeld von ANI (Autism Network International). Das waren Leute mit sehr eigenwilligem Humor, die sich auch über sich selbst lustig machen konnten. Das hat auf mich abgefärbt, aber ich neigte wohl immer schon zur Selbstironie. Das Lesen vieler Bücher zum Thema hat auch dazu beigetragen, daß ich die Dinge mit einer gewissen Abgeklärtheit betrachten kann, soweit das möglich ist, wenn man selber betroffen ist.

    Übrigens, Menschen mit Asperger-Syndrom erkennen sich in der Beschreibung der Schizoiden Persönlichkeitsstörung durchweg nicht wieder. Was ähnlich zu sein scheint, ist noch lange nicht gleich. Ein Beispiel: Viele Aspis mögen es nicht, wenn man sie anfaßt und weichen zurück. Ich tu das auch (wenn ich mich nicht zusammenreiße). Trotz der ähnlichen Reaktion gibt es aber einen wesentlichen Unterschied. Nahezu alle Leute mit AS berichteten mir, daß sie ein unangenehmes Gefühl auf der Haut spüren. Mir dagegen ist die emotionale Nähe zuwider.


    >... bemerk ich auch immer wieder das ich kaum aus der Ruhe zu bringen bin, was allerdings auch Nachteile mit sich bringt wenn mir Leute etwas von ihrem Leben erzählen und es mich nicht wirklich interessiert.

    Das kenne ich. Allerdings habe ich in jahrelanger Übung gelernt, etwas besser auf die Leute einzugehen. Aber das darf nicht zu lange dauern, es erschöpft mich.


    >
    fast immer Bevorzugung von Aktivitäten, die alleine durchzuführen sind;

    Das Wörtchen "fast" könnte ich streichen. Ich wähle freiwillig niemals Aktivitäten, bei denen ich mit anderen zusammenkomme. Nur unfreiwillig läßt es sich nicht immer vermeiden.


    >Kritik eher deswegen umsetze um keinen Stress zu haben, da es mir an sich egal ist was ich mache. Lob betrachte ich auch eher als neutral da Lob an sich keinen Stress, also Ruhe bedeutet.

    Ja, so ungefähr hatte ich das auch gemeint. Insofern sind Lob und Kritik nicht ganz wirkungslos. Es geht ja auch darum, Ärger weitgehend zu vermeiden. Deswegen bemühe ich mich auch darum, mit den Leuten "freundlich" umzugehen. Wenn man schon mit ihnen zusammensein muß, sollte wenigstens kein zusätzlicher Streß aufkommen. Es klappt aber nicht immer, was damit zusammenhängt, daß ich die "geltenden Normen" nicht so recht verinnerlicht habe.


    Schönen Gruß
    C.B.


    Ich fürchte, wir erschrecken hier alle Mitleser ...

  5. #5
    Christiane
    Gast

    Standard AW: Schizoide Persönlichkeitsstörung

    Zitat von Charles Brandon Beitrag anzeigen
    [COLOR=Black]

    Ich fürchte, wir erschrecken hier alle Mitleser ...

    Keine Sorge, so leicht sind wir nicht zu erschrecken.

    Was mir eher ein wenig Angst macht, ist die Leichtigkeit, mit der ihr zu (Selbst-) Diagnosen kommt. Wenn man über sich selbst ein wenig nachdenkt, wird wohl Jeder zu dem Ergebnis kommen, eine psychische Störung zu haben. Völlig frei von "Marotten" ist niemand. Das was ihr da beschreibt, könnte genauso gut zu einer Depression passen oder in den Topf "Folge von schlechten Erfahrungen" fallen.

    Eine Anmerkung noch: Jeder von uns reagiert auf Lob und Kritik - man will einfach möglichst reibungslos durchs Leben kommen. Ich sehe darin nichts Ungewöhnliches.

  6. #6
    corvus corax
    Gast

    Standard AW: Schizoide Persönlichkeitsstörung

    Zitat von Christiane Beitrag anzeigen
    ...Was mir eher ein wenig Angst macht, ist die Leichtigkeit, mit der ihr zu (Selbst-) Diagnosen kommt. ...
    Wenn ich es richtig verstanden habe, geht es hier nicht um "Selbstdiagnostik, sondern "lediglich" um das Auslegen der Diagnosekriterien.

    Aber wie ja auch schon gesagt habe, ist es tatsächlich so, dass man viele Diagnosekriterien auf sich beziehen kann.
    Deshalb ist es wichtig, dass Diagnosen wirklich nur von Fachleuten gestellt werden, die die verschiedenen Krankheitsbilder über die Diagnosekriterien hinaus kennen...

    Denn meistens ist es ja so, dass es auch selten eine "reine Form" einer Diagnose gibt, sondern meist mehr oder weniger Mischformen.

    Nichtsdesto trotz halte ich es für wichtig an den eigentlichen Leidenspunkten zu arbeiten, ganz egal wie die Diagnose lautet. Diagnosen sind vorallem für die Krankenkassen wichtig, damit sie wissen wie sie abrechnen können und/oder müssen, resp. auch festlegen können, welche Therapien bezahlt oder nicht bezahlt werden, unabhängig davon ob sie im individuellen Falle angebracht wären.

    nochmal kurz auf den Bereich der Eigendiagnose zurückzukommen. Es gibt im Internet die verschiedensten Tests für die eine oder andere Krankheit... leider "kleben" die Leute sehr an deren Auswertung... Sicher, wenn die Tests eine gewisse Tendenz ausweisen, sollte sich der Einzelne vielleicht mal Gedanken machen, ob an der Sache evt. was dran sein könnte (sofern er/sie denn ein Problem erlebt). Es kann auch mal ganz interessant sein, solche Vermutungen bei seinem Therpeuten anzubringen... nur viel wird auch das nicht nützen, denn jeder Mensch ist so individuell, das trotz einer vermutlichen Diagnose das Individuum im Vordergrund zu stehen hat... sowie das momentane Problem, welches meist auch nach einer individuellen Bearbeitung fragt.

    Klar kann anhand einer klaren und fundierten Diagnostik ein etwas klarerer Weg erarbeitet werden und gewisse Grundstrategien die sich im Großen und Ganzen schon bewährt haben, zur Anwendung kommen.

    so.. nun habe ich gedanklich grade den Faden verloren... sbald ich ihne wieder aufgenmmen haben sollte, werde ich weiter schreiben

  7. #7
    Fühlt sich wohl hier Avatar von Charles Brandon
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    Standard AW: Schizoide Persönlichkeitsstörung

    Hallo corvus corax!

    Zitat von corvus corax Beitrag anzeigen
    Denn meistens ist es ja so, dass es auch selten eine "reine Form" einer Diagnose gibt, sondern meist mehr oder weniger Mischformen.
    Stimmt! Davon gehe ich auch immer aus. Ich bin durchaus in der Lage, Überlappungen mit anderen "Störungen" zu sehen, aber die vorherrschende Grundhaltung ist eindeutig schizoid.

    Sogenannte Fachleute meinen immer, daß Patienten natürlich unfähig seien, sich selbst zu diagnostizieren. Die Betroffenen sind zu blöd, aus der Fülle von Informationen und den eigenen Beobachtungen die richtigen Schlüsse zu ziehen. Wäre ein Fachmann fähig, sich selbst zu diagnostizieren oder geht das auch nicht?

    Es ist schon richtig, daß es nicht Sinn und Zweck sein kann, die Leute in irgendwelche Schubladen einzuordnen, sondern daß man für jeden eine individuelle Lösung finden muß. Aber die Voraussetzung dafür ist, daß man erst einmal ermittelt, was mit dem Betreffenden los ist. Das Ergebnis dieser Untersuchung ist dann zwangsläufig doch erst einmal eine Kategorisierung. Die meisten Betroffenen sind froh, endlich einen Begriff für ihren Zustand zu kennen.

    Möglicherweise ist die Schizoide Persönlichkeitsstörung ein Sonderfall, weil sie fast nicht therapierbar ist. Wie soll man jemandem den Umgang mit anderen Menschen schmackhaft machen, wenn er gar kein Verlangen danach hat? Selbst wenn ein Leidensdruck besteht (wegen der "Leere im Leben" oder dergleichen), gibt es kaum eine Lösung für das Problem. Man könnte höchstens versuchen, sich den sozialen Umgang anzutrainieren, um das eigene Unvermögen immer besser zu überspielen. Aber gerade dieses Training ermüdet den Betroffenen ungemein; er müßte schon ein Stück "geheilt" sein, um es durchzuhalten.

    Gruß
    CB

  8. #8
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    Standard AW: Schizoide Persönlichkeitsstörung

    Hallo,

    ich möchte mich mal zu Punkt 4 äußern.
    "4. erscheint gleichgültig gegenüber Lob oder Kritik von anderen;"

    Da steht nicht: ist gleichgültig gegenüber...............
    Ich habe die Aussage so verstanden, dass ein neutraler Beobachter keine Regung wahrnehmen würde, die darauf hindeutet ob gerade ein Lob oder Kritik verteilt wurde.
    Daher "erscheint" jemand gleichgültig.


    Generell bin ich der Meinung, jeder Mensch sollte nach seiner facon glücklich werden. Aber wenn ein Leidensdruck entsteht, sollte man nach Hilfsmöglichkeiten suchen.
    Menschen sind nun mal sehr unterschiedlich. Der Eine ist sehr gesellig und der Andere fühlt sich halt wohl wenn er in Ruhe gelassen wird, da er den Austausch mit anderen Menschen als anstrengend (oder auch überflüssig) empfindet, oder auch unterschwellig Angst hat erneut verletzt zu werden.
    Es gibt auch Menschen, da wechseln diese Phasen. (Mal viel unter Leute, mal lieber keinen anderen sehen). Am besten umschrieben als "Himmelhochjauchzend-zu tode betrübt."
    Ab wann man da von Krankheit sprechen sollte, weiß ich nicht genau. Die Übergänge erscheinen da doch eher fließend.
    Gefühlsarmut wirkt ja auch in beide Richtungen (Freude-Traurigkeit). Wenn Jemand in seinem Leben eher Erfahrungen gemacht hat, die zu negativen Gefühlen geführt haben, dann könnte ich auch sagen Gefühlsarmut ist ein "Schutz" die negativen Gefühle zu "intensiv" empfinden zu müssen. Gefühlsintensivität wäre für diese Menschen ja auch vielleicht belastend. Dann besser nichts fühlen, als sich permanent intensiv schlecht fühlen.
    Um noch mal den Leidensdruck anzusprechen. Wie ist das denn bei Dir Charles?
    Wenn Du zurück blickst, würdest Du sagen es gab eine Veränderung oder bist Du so geboren worden? Wenn Du Deine heftigste Gefühlsregung beschreiben solltest, war diese eine positiv oder negativ empfundene Regung?

    MfG Justitia

  9. #9
    Fühlt sich wohl hier Avatar von Charles Brandon
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    Standard AW: Schizoide Persönlichkeitsstörung

    Hallo Justitia!

    Zitat von Justitia Beitrag anzeigen
    Um noch mal den Leidensdruck anzusprechen. Wie ist das denn bei Dir Charles? Wenn Du zurück blickst, würdest Du sagen es gab eine Veränderung oder bist Du so geboren worden? Wenn Du Deine heftigste Gefühlsregung beschreiben solltest, war diese eine positiv oder negativ empfundene Regung?
    Natürlich gibt es im Laufe eines Lebens Veränderungen. Einige Aspekte sind etwas besser geworden. Beispielsweise erscheine ich heutzutage weniger zurückgezogen und kann mich in Gesellschaft von Menschen besser artikulieren, solange es nicht zu lange dauert. Andererseits meide ich ihre Gesellschaft noch viel stärker als früher. Obwohl ich mich also etwas besser darstellen kann, habe ich keine Freude daran. Die Befriedigung besteht eher darin, eine unangenehme Situation einigermaßen heil überstanden zu haben.

    Ich war schon als Kind schizoid. Die Kategorie "schizoide Kinder" gibt es eigentlich gar nicht, weil eine Persönlichkeitsstörung sich per Definition erst in der Adoleszenz entwickelt. Aber mir scheint, das sieht man heute nicht mehr so streng. [Ich habe mich hauptsächlich vor 10-15 Jahren damit befaßt und fast nur im englischsprachigen Raum.] Jedenfalls war ich schon als kleines Kind so - Einzelgänger, keine Freunde, schweigsam, desinteressiert, mit mir selbst beschäftigt. Einige zusätzliche Anzeichen, die in Richtung Asperger-Syndrom gingen, waren vorhanden (z.B. Hängen an Routine, eingegrenzte Spezialinteressen, fehlender Blickkontakt) , aber nicht so deutlich ausgeprägt.

    Die heftigste Gefühlsregung ... es war bestimmt keine positive. Aber eine herausragende negative Regung könnte ich auch nicht nennen. Vielleicht verstehe ich nicht ganz, woran du dabei denkst.

    MfG
    C.B.

  10. #10
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    05.01.2009
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    1

    Standard AW: Schizoide Persönlichkeitsstörung

    Lieber Charles Brandon!

    Also ich bin zwar nicht als "schizoid" diagnostiziert, aber ganz sicher dass es bei mir in diese Richtung geht. Das weiß ich eigentlich schon seit ich ca. 17 bin, weil ich mich damals schon damit beschäftigt habe - und zwar weil ich nach einer Erklärung für mein "gefühltes Anderssein" suchte.
    Habs aber dann jahrelang "stehenlassen". Momentan (mit 27) beschäftige ich mich wieder ziemlich intensiv damit - weil ich mit meinem derzeitigen Leben recht unzufrieden bin und etwas an mir selbst ändern will/muss.
    Den Gang zum Psychiater hab ich bis jetzt gescheut - aber auch das schließe ich mittlerweile nicht mehr aus.

    Also bei mir sieht es so aus?


    Mindestens drei der folgenden Eigenschaften oder Verhaltensweisen müssen vorliegen:


    1. wenn überhaupt, dann bereiten nur wenige Tätigkeiten Freude;
    Ist zutreffend. Musik - Machen und mich in einen anderen geistigen Zustand zu versetzen sind die einzigen Dinge die mir Freude bereiten.

    2. zeigt emotionale Kühle, Distanziertheit oder einen abgeflachten Affekt;
    Trifft eher zu. Auch ich kann mich mittlerweile sehr gut verstellen. Ich bin freundlich, relativ zurückhaltend nach außen hin. Kann gut zuhören. Lachen tu ich fast nie. Vor allem herzhaftes Lachen gibts bei mir nicht.
    Einige haben mich schon gefragt warum ich immer so "böse" oder "traurig" schaue - auch wenn ich grade innerlich keineswegs wütend oder traurig gewesen bin.


    3. reduzierte Fähigkeit, warme, zärtliche Gefühle für andere, oder Ärger auszudrücken;
    Trifft auch zu. Ich kann Gefühle eine zeitlang vorspielen wenn es notwendig ist oder wenn ich meine, dass man das von mir erwartet. Aber so "in einem Zug" von innen nach Aussen gelangen sie nie.


    4. erscheint gleichgültig gegenüber Lob oder Kritik von anderen;
    Trifft eher nicht zu. Auch hier stimme ich mit dir überein. Würde sogar sagen dass ich empfindlich auf Kritik reagiere (zumindest innerlich). Lob prallt eher ab.

    5. wenig Interesse an sexuellen Erfahrungen mit einem anderen Menschen;
    Trifft teilweise zu. Weniger Interesse als der Durchschnitt auf jeden Fall. Aber erstens komme ich aufgrund meiner Kontaktschwäche und meinen Ängsten schon gar nicht so weit - und zweitens muss dann aber wirklich alles passen damit ich das auch genießen kann.


    6. fast immer Bevorzugung von Aktivitäten, die alleine durchzuführen sind;
    Stimmt teilweise. Die Dinge die mir wichtig sind mach ich alleine. Teamfähig bin ich nicht wirklich. Trotzdem sitze ich mit Leuten die ich halbwegs gut kenne schon gerne mal herum um mich zu betrinken.

    7. übermäßige Inanspruchnahme durch Phantasien und Introvertiertheit;
    Trifft sehr auf mich zu. Vor allem das ständige Grübeln über mich selbst, meine kreativen Ideen, meine Fehler usw. Ich kann sagen dass sich das bei mir vollkommen "verselbstständigt" hat. Das läuft im Hintergrund ab wie eine Platte die steckengeblieben ist. Auch wenn die äußere Situation nichts damit zu tun hat.

    8. hat keine oder wünscht keine engen Freunde oder vertrauensvollen Beziehungen (oder höchstens eine);
    Engere Freunde hab ich momentan keine. Also es gibt wirklich nur ein paar mit denen ich was trinken gehen kann - aber auch da bin ich dann eher Schauspieler und lasse niemanden wirklich an mich ran oder auch nur im Entferntesten in meine Seele blicken.

    9. deutlich mangelndes Gespür für geltende soziale Normen und Konventionen. Wenn sie nicht befolgt werden, geschieht das unabsichtlich.
    Trifft auch zu, bzw. traf es früher mehr zu aber das sind eben Dinge die man lernen kann. Intuitives Gespür dafür ist eher schwach ausgeprägt würd ich mal sagen.

    Genrell muss ich sagen dass ich kein Freund von Schubladen - Denken bin und ich glaube das sich viele Diagnose - Kriterien oft vermischen. Auch ich sehe genauso Elemente vom Asperger Syndrom bei mir.

    Was mich bei dem ganzen interessieren würde wären folgende Fragen:

    Würde man quasi eine Gerade mit 2 Polen von "Normalität" bis "hochgradig schizoid" ziehen würde - wo würde ich da stehen?
    Wieviel Prozent sind es wirklich die ähnlich ticken und ähnliche komische Probleme haben?
    Gibt es viell. sogar mehrere im direkten Bekanntenkreis und man weiß es nicht wirklich...?
    Was kann man tun um den Zustand zu verbessern? (Damit meine ich die eindeutig negativen Aspekte davon - es gibt ja auch einige positive Aspekte finde ich!)

    @ Charles Brandon:
    Also von deinen vagen Beschriebungen her würde ich schon sagen dass ich da ähnlich bin - würde aber gerne mehr erfahren um einen "Gegencheck" zu machen.

    lg

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