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Thema: Sorge um meinen Bruder

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In dieser Diskussion geht es um "Sorge um meinen Bruder" im "Psychische Erkrankungen" Forum, als Teil von Patientenfragen.net
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  1. #1
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    02.04.2009
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    8

    Standard Sorge um meinen Bruder

    Hallo zusammen,
    ich mache mir seit einiger Zeit große Sorgen um meinen Bruder. Er ist jetzt 22 Jahre alt und damit 5 Jahre jünger als ich.
    Eigentlich ist sein Verhalten schon auffällig seitdem ich denken kann.
    Im Kindergarten war er schon ein Außenseiter und hat meist allein gespielt und sich geweigert, bei Gruppenspielen etc. mitzumachen. Damals haben wir uns noch nichts dabei gedacht, denn das gibt es ja öfter. Kurz vor seiner Einschulung sind wir dann umgezogen. Es fiel uns allen nicht leicht und so kam es auch nicht überraschend, dass er zunächst nicht in die Schule gehen wollte, er kannte schließlich niemanden da. Doch es wurde immer schlimmer, er blieb oft von der Schule zu Hause, sagte er wäre krank oder er gehe einfach nicht mehr hin. Das steigerte sich dann so, dass er in der 5. Klasse, nach dem Schulwechsel aus der Grundschule, aus Angst oder was auch immer vor der Schule mit Messern auf uns los ging und regelrechte Schreikrämpfe bekam, wenn wir versuchten, ihn in die Schule zu bewegen. So kam es, dass er dann in stationäre psychotherapeutische Behandlung kam.
    Dort konnten sie nicht wirklich feststellen, was mit ihm los ist, er hat angeblich bei allem mitgemacht und sich auch nicht sonderlich auffällig gezeigt. So kam er also wieder nach Hause, alles ging etwas besser, doch dann begann alles von neuem. Mein Bruder hat schon immer wenig gesprochen, macht alles mit sich selbst aus und wirkt sehr gefühlskalt und unsozial. Über Gefühle hat er nie gesprochen, man sah es ihm an, wenn es ihm nicht gut ging, aber gesagt hat er nie etwas. In der 10. Klasse hat er dann wieder sehr oft in der Schule gefehlt, sodass er seinen Realschulabschluss wiederholen musste. Er verbringt seitdem sehr viel Zeit am PC, spielt sehr häufig Counterstrike oder ähnliche Spiele. Freunde hat er kaum welche. Mal trifft er sich mit einem Kumpel aus dem selben Dorf, aber das ist auch nur sehr sporadisch. Meist sitzt er den ganzen Tag in seinem Zimmer, schläft lange und spielt Computer bis tief in die Nacht.
    Meine Eltern sind sehr geduldig mit ihm, versuchen aber trotzdem sehr viel, ihn wieder in ein „normales“ Leben zu bewegen. So kam es, dass mein Vater vor ca. drei Jahren mit ihm zu einem Spezialisten auf dem Gebiet psychischer Erkrankungen gefahren ist, der sich besonders mit der Erkrankung der sozialen Phobie beschäftigt. Dies wurde dann auch bei meinem Bruder diagnostiziert, er bekam Medikamente und wollte auch wieder eine Therapie machen. Alles wurde besser, mein Bruder schien richtig aufzublühen, er hat oft gelacht und war auch wieder bei Familienfeiern mit dabei. Doch dann irgendwann setzte er selbst die Medikamente ab und wollte auch nicht mehr zur Therapie. Er sagte, es würde ihm eh nichts helfen, es ginge ihm auch mit Medikamenten beschissen und deshalb sehe er nicht ein, warum er sie weiter nehmen sollte. Das ist nun etwa 2 Jahre her, seitdem geht es ihm richtig schlecht, er ist nur noch in seinem Zimmer, kommt nur raus um sich was zu essen zu holen. Er spricht nur das nötigste mit meinen Eltern und ist total verschlossen. Niemand kommt mehr an ihn heran. Hinzu kommt, dass er sich vor einiger Zeit sehr verrückt gemacht hat, weil er glaubte, er hätte starke Parodontose und ihm würden bald alle Zähne ausfallen. Das hat er natürlich auch niemandem erzählt. Man hat gemerkt, dass ihn etwas sehr bedrückt und nach zahllosen Gesprächsversuchen hat er es dann irgendwann doch meinen Eltern erzählt. Er ist dann zum Arzt und alles war okay. Er hat sich ganz umsonst so lange gequält. Danach ging es ihm dann wieder besser. Nun sagt er neuerdings wieder, er muss unbedingt zum Arzt und ich glaube, er hat wieder Angst vor einer schlimmen Krankheit und zieht sich deshalb so zurück. Aber er will mit keinem sprechen. Selbst an seinem Geburtstag wollte er niemanden sehen. Ich wohne zum Glück nicht mehr zu Hause. Ich glaube, ich würde aus Sorge um ihn sonst verrückt werden. Aber meine Mutter erzählt oft von ihm und macht sich auch so ihre Gedanken. Er wirkt immer traurig, einsam und verzweifelt, wenn ich ihn mal sehe und er sagt immer „geht so“ wenn ich ihn frage, wie es ihm geht. Ich weiß nicht, wie ich ihm helfen kann und deshalb schreibe ich hier, weil ich hoffe, dass es vielleicht noch mehr Menschen so geht wie mir, die mir helfen können. Ich kann doch nicht einfach zusehen, wie er da so vor sich hin vegetiert und vielleicht schon bald so verzweifelt ist, dass er nicht mehr Leben will. Was kann ich tun um ihm zu helfen??
    Würde mich freuen, wenn jemand einen Rat für mich hat.

  2. #2
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    30.03.2009
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    27

    Standard AW: Sorge um meinen Bruder

    kenne so einen "fall" (blödes wort, ich weiß) nicht aus eigener erfahrung.
    aber nach allem, was ich an rat&antwort-tipps ähnlicher sorgen bisher aufgeschnappt hab, würde ich sagen:
    o) kommunikation herbeiführen, egal wie.
    o) person sort abholen, wo sie sich befindet, d.h.: nicht zum psycho-doc schleppen,
    sondern, im fall von parodontose zum zahnarzt. usw.
    o) ablenken durch gemeinschaftliche unternehmung. was wohl das schwierigste ist, denn "hurra, wir fahren an die see" zieht jetzt kaum mehr.
    ein äquivalent?
    was wie ein vorwurf klingt: ihr habt schon viel zu viel zeit verstreichen lassen.

    ahja, und zu den pc-spielen: einfach mal interesse dafür zeigen, fragen, ob man auch mal probieren darf, und was das für spielregeln seien.
    denk ich mir halt.

  3. #3
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    8

    Standard AW: Sorge um meinen Bruder

    Meinst du, wir haben das nicht alles schon versucht? Gemeinsame Unternehmungen lehnt er ab, seitdem er 6 ist oder so. Er will nicht und zwingen geht wohl schlecht. Mit der Kommunikation ist das die selbe Sache. Wenn er sich in sein Zimmer einschließt oder einfach auch so keine Lust auf Reden hat oder nicht reden kann oder wie auch immer, bekommt man halt keine Gespräche zustande. In besseren Phasen ist das etwas anders, da redet er ein bisschen und sieht auch sein Problem ein, aber diese Phasen sind halt alle sehr kurz.
    Und was meinst du mit zu viel Zeit verstreichen lassen Zu viel Zeit für was? Ich glaube wir haben schon sehr vieles versucht und das nicht erst seit gestern. Glaube auch nicht, dass das jemand beurteilen kann, der nicht selbst die Erfahrung gemacht hat, sorry..

  4. #4
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    Standard AW: Sorge um meinen Bruder

    Ach ja, und das mit den PC-Spielen haben wir auch schon durch. Er lehnt alles ab.

  5. #5
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    Standard AW: Sorge um meinen Bruder

    Hallo Theone,

    hast Du denn das Gefühl das Dein Bruder einen Leidensdruck verspürt?
    Denn wenn er nicht selber das Gefühl hat: "Es geht mir nicht gut", wirst Du kaum eine Änderung bewirken können. Der Wunsch nach Veränderung muß schon aus einem selbst kommen.
    Das Verhalten Deines Bruders läßt mich an Autismus denken. War er als Kind körperlicher Zuwendung abgeneigt? Mag er keinerlei Veränderungen? Dazu mal ein link: http://www.onmeda.de/krankheiten/autismus.html

    Du kannst ja mal nachlesen, ob Du Deinen Bruder dort wiederfindest.

    Liebe Grüße Ulrike

  6. #6
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    Standard AW: Sorge um meinen Bruder

    autismus: diese diagnose wird meistens schon gestellt, wenn's noch um kinder geht.
    es gibt aber auch übergangsformen. immerhin redet er ja.
    das, was theone postet, klingt schon nach leidensdruck.
    mich würde noch interessieren, ob er im bereich seiner interessen, also pc, ps-spiele austausch hat.
    und: besorgt posten, sich aber von der problemzone fernhalten, ist m.e. ein widerspruch.

  7. #7
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    Standard AW: Sorge um meinen Bruder

    Da dies ja schon viele Jahre andauert finde ich das die Sorge um den Bruder ein bisschen spät kommt.
    Im Übrigen sehe ich es wie fragen auch, auf der einen Seite die Besorgte sein aber nicht am Ort des "Geschehens" sein wollen.
    Das passt nicht zusammen.

    Da dein Bruder jede Form der Zusammenarbeit verweigert, kann hier nur Professionel geholfen werden.

    Obskure Links von Usern bringen NICHTS und sind NUTZLOS.

    Da deine Eltern scheinbar auch keinen Zugang zu ihm haben, sollten sie sich Tipps holen oder geben lassen von Profis.
    Dazu würde ich als erstes ein Gespräch mit dem Hausarzt vorschlagen!

    Mehr können wir hier leider nicht für dich tun!


    __________________________________________________ _____
    "Was soll das heißen, ich hätte KEINE Gefühle?
    Ich bin immerhin schmerzempfindlich!"





  8. #8
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    Standard AW: Sorge um meinen Bruder

    besorgt posten, sich aber von der problemzone fernhalten, ist m.e. ein widerspruch.
    finde ich nicht unbedingt. Wenn man keine Problemlösungsansätze hat, wird es ja auch schon schwierig. Zeitweise schien es dem Bruder ja auch besser zu gehen. Das Theone nun nach Möglichkeiten sucht was man beim jetzigen Stand der Dinge tun könnte, finde ich in Ordnung.

  9. #9
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    Standard AW: Sorge um meinen Bruder

    Vielen Dank euch allen erstmal für dei Antworten.

    @Justitia: Ja, er leidet ganz offensichtlich sehr. Er sieht sehr schlecht aus und wenn man ihn fragt sagt er auch nie, es ginge ihm gut oder sowas. Wenn er gute Phasen hat, weiß er auch, dass er Hilfe braucht, aber es fällt ihm so schwer, den Weg dann zu gehen. Generell scheut er sich sehr vor Veränderungen und fremden Menschen und ist am liebsten in seiner Welt vor dem PC.
    An Autismus haben wir bzw. die Therapeuten, die wir kontaktiert haben auch schon gedacht. Es gibt da wohl auch eine Form, das sogenannte asperger Syndorm, was auf ihn zutreffen könnte, weil er halt viele der Anzeichen aufweist. Nur sicher ist sich eben niemand, weil er noch keine lange Therapie gemacht hat. Vielen Dank für deinen link dazu. Es hilft sehr, wenn man auf Verständnis stößt :-)!

    @fragen: Ja, bei seinen PC-Spielen ist er meist online mit anderen in Kontakt. Und was meinst du damit, dass ich mich von der problemzone fernhalten will?

    @Patientenschubser: Was heißt, die Sorge kommt etwas spät? Woher weißt du wie lange ich mir schon Sorgen mache? Nur weil ich jetzt erst hier poste? Da sist ein Versuch von mir, einer von tausenden, die schon gescheitert sind und ich hoffe hier vielleicht jemanden zu finden, der so einen ähnlichen Fall vielleicht kennt und mir Rat geben kann. Und ist es nicht ein Widerspruch zu sagen, dass nur professionell Hilfe wirkt, obwohl er jede Form von Hilfe ablehnt? Er muss doch von sich aus Hilfe annehmen wollen. Meine Eltern waren schon bei so vielen Ärzten, haben sich Tipps geholt, aber alle sagen, so lange er nicht will, kann man nichts machen. Er ist immerhin volljährig. Nur weil ich erst jetzt hier poste heißt es doch nicht, dass wir all die Jahre nur zugesehen haben ?!?

  10. #10
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    8

    Standard AW: Sorge um meinen Bruder

    Kennt sich vielleicht jemand mit Schizophrenie ein bisschen aus? Da gibt es offenbar auch eine Form, die dem Verhalten meines Bruders sehr ähnlich ist. Ist es bei Schizophrenie grundsätzlich so, dass man Wahnvorstellungen hat, also zum Beispiel Stimmen hört oder ähnliches, oder können auch "nur" andere Symptome auftreten?

    Mittlerweile glaub ich allerdings, dass er nicht an einer einzigen Krankheit leidet, sondern eine Mischform aus verschiedenen psychischen Störungen hat. Die Frage ist nur, wie ich ihm helfen kann, wenn er keine Hilfe will, bzw. wie ich dazu beitragen kann, dass er Hilfe annimmt.

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