Hallo,

nachdem ich nach fünf Jahren Leidensweg endlich mein Problem mit Zuckungen der linken Gesichtshälfte losgeworden bin, möchte ich auf diesem Weg meine Erfahrungen teilen, damit Patienten mit ähnlichen Symptomen vielleicht schneller zu einer Lösung finden. Auch ich hatte u.a. in diesem Forum um Rat gesucht.

Aus dem heiteren Himmel haben im Januar 2015 Zuckungen zunächst ums linke Auge angefangen, die sich dann innerhalb eines halben Jahres über die gesamte Gesichtshälfte bis zum Hals ausgebreitet haben und sehr präsent immer wieder aufgetreten sind, unabhängig von Ruhe, Entspannung oder Anspannung.

Im Ärzteblatt gibt es sehr gute Literatur zu der Diagnose Spasmus Hemifacialis. Die häufigste Ursache dafür ist ein Gefäß-Nerv-Kontakt, dieser wurde auf Basis des damals erstellten MRTs vom Nervenarzt aber ausgeschlossen!
Deshalb habe ich drei Jahre intensiv mit verschiedensten schulmedizinischen und alternativen Methoden nach einer Ursache gesucht - leider ohne Erfolg.
Durch einen Tipp eines sehr guten Physiotherapeuten, bei dem ich nach 3 Jahren wegen Verspannung der HWS als mögliche Ursache in Behandlung war, bin ich bei einem sehr guten Neurologen gelandet, der sofort erkannt hatte, dass das MRT aus 2015 nicht geeignet war, den Gefäß-Nerv-Kontakt zu erkennen. Dazu ist ein hochauflösendes MRT mit CISS-Sequenzen notwendig. Direkt am nächsten Tag hatte ich einen Termin und damit stand die Ursache fest.

Die danach folgende medikamentöse Behandlung und die über 1,5 Jahre durchgeführte Botox-Injektionen zum Lähmen der betroffenen Muskelgruppen im Gesicht haben zu sehr unbefriedigendem Erfolg geführt und ich hatte mit Nebenwirkungen zu kämpfen.
Im Sommer 2019 habe ich dann nach Lektüre der sehr guten Artikel, die zu diesem Thema im Ärzteblatt veröffentlicht wurden, Kontakt mit dem Direktor der Neurochirurgischen Klinik weit oben im Nord-Osten von Deutschland aufgenommen und habe mich zur Mikrovaskulären Dekompression entschieden - da wird mittels eines mikro-endoskopischen Verfahrens die Druckstelle zwischen Arterie und Nerv durch Polster getrennt.

Meine OP ist nun 3 Monate her und ich bin sehr glücklich - der Spasmus ist komplett weg und ich merke erst jetzt, wie stark mir die Zuckungen auf meine Lebensfreude geschlagen haben!
Die Wochen nach der OP waren nicht einfach und geprägt von Kopfschmerzen, aber das hat sich konstant gebessert und jetzt kann ich mit Überzeugung sagen, dass es sich gelohnt hat!!

Viele der Behandlungen - v.a. die Osteopathie, in die ich große Hoffnung gesetzt hatte, haben bestimmt geholfen, meinen Körper ideal auf die OP vorzubereiten, aber sie konnten eben nicht bewirken, dass sich die Arterie wieder vom Nerv gelöst hat.

Wenn ich mit meinem Erfahrungsbericht auch nur einem Patienten mit vergleichbaren Symptomen helfen kann, schneller zu einer Lösung zu finden, wäre ich glücklich.

Viele Grüße und alles Gute!