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Thema: Unerklärliche Vegetative/Funktionelle Störungen

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In dieser Diskussion geht es um "Unerklärliche Vegetative/Funktionelle Störungen" im "Krankheiten" Forum, als Teil von Patientenfragen.net
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  1. #1
    Ganz neu hier
    Geschlecht
    maennlich
    Alter
    25 Jahre
    Mitglied seit
    05.11.2015
    Beiträge
    3

    Standard Unerklärliche Vegetative/Funktionelle Störungen

    Sehr geehrte Damen und Herren!

    Ich leide seit mittlerweile einem Jahr an einer Art Panikattacke. Ich habe mein Anliegen absichtlich nicht in den psychischen Krankheiten gepostet, weil ich denke, dass diese Panikattacke eher das Symptom ist, als die eigentliche Krankheit. Ich hoffe wirklich sehr, dass es unter Ihnen jemanden gibt, der so etwas schon einmal gesehen/gehört hat, weil ich bin mit meinen Nerven wirklich schon am Ende. Seit einem Jahr geh ich von einem Arzt zum nächsten, hab MRT, Bluttests uvm gemacht, natürlich ohne Befund.
    Ich habe den dringenden Verdacht, dass die Probleme von der HWS ausgelöst werden, da der erste Anfall direkt nach dem Mountainbiken eingesetzt hat, als ich mich hingesetzt habe. Damals machte ich diese Panikattacken 2 Wochen wehrlos mit, bis sie schließlich abmilderten und komplett vergingen. Es war der blanke Horror!
    Als ich dann wieder jeden Tag zur Uni in die Vorlesungen ging kamen die Attacken immer häufiger. In den letzten Sommerferien war ich zu 100% beschwerdefrei, doch schon nach der 2. Vorlesung dieses Semesters kamen sie in leichter Form wieder. Mittlerweile sind sie wieder voll da und ich gehe nicht mehr zur Uni, weil ich den Ausführungen des Profs ohnehin nicht mehr folgen könnte.

    Zum Anfallsverlauf und den Symptomen:

    Der "Anfall" tritt spontan, meistens im Sitzen auf. Er beginnt immer mit einer Art "Schreckmoment", in dem mir kurz die Luft wegbleibt. Dann merke ich sofort, wie mein Herz schneller und scheinbar stärker schlägt. (Puls und Blutdruck sind einmal zu hoch, einmal zu niedrig. zB. Hatte ich einmal Puls 50 mit 110:60, ein anderes mal 96 mit 130:80) Der Mund wird staubtrocken, Arme und Beine werden butterweich und schwach (inkl. Tremor). Mir wird richtig übel, aber musste bis jetzt noch nie erbrechen. Die Luft wird schwer und ich habe das Bedürfnis tief einzuatmen. Ich kann mich nicht richtig verständigen: bringe nur vereinzelte Wörter raus und auch die nur sehr leise und undeutlich. Manchmal wird mir richtig kalt, wie etwa beim Fieber und habe Ohrensausen im Liegen. Des Weiteren habe ich nach jedem Anfall Durchfall. Danach geht es mir meistens etwas besser.
    Mittlerweile weiß ich, wie ich mich verhalten muss, damit sich der Anfall legt: Ich stehe auf und gehe im Raum auf und ab. Wenn ich mich zu schwach zum aufstehen fühle dann setze ich mich nach vorne beugend hin und lege meinen Kopf in die Hände, um ihn zu entlasten. Nach etwa 10 Minuten ist der Anfall vorbei, ich spüre aber deutlich, dass meine HWS und auch der Kiefer verkrampft ist. In diesem Zustand bin ich relativ anfällig für einen weiteren Anfall. Eine falsche Bewegung und der nächste Schockmoment ist da und alles geht von vorne los.

    Vorerkrankungen:
    1) 2013: Hodenkarzinom (gemischter Keimzelltumor) --> Bin bei der Nachsorgeuntersuchung und bisher ist alles unauffällig.
    Der Tumor wurde operativ entfernt und ich machte 3 Zyklen Chemotherapie mit: Bleomycin, Cisplatin und Etoposid. Viele Leute (auch Ärzte) machten mich darauf aufmerksam, dass meine Symptome vielleicht durch unverarbeiteten Stress wegen der Krankheit stammen könnten. Ich halte dies für eher unrealistisch, da mich das ehrlich gesagt mehr als kalt gelassen hat, aber vielleicht ist das umso mehr ein Anzeichen an unbewussten Stress. Was sagen Sie dazu?

    2) Zu nennen wäre wegen der HWS, dass ich vor etwa 10 Jahren einen Auffahrunfall hatte (LKW ist von hinten in unseren PKW gekracht). Damals war ich etwa 14 Jahre alt und bis auf leichte Kopfschmerzen war ich beschwerdefrei. Wäre ein Schleudertrauma, oder ähnliches denkbar, dass durch das Mountainbiken "aktiviert" wurde?

    3) Ich leide seit ich denken kann an einem Benommenheitsschwindel. Es kommt ab und zu vor, dass ich am Morgen aufwache und "normal" sehe. Das kommt jedoch vielleicht 1-2 mal pro Jahr vor und dauert auch nur ein paar Minuten lang an. Die beste Beschreibung, die ich für Benommenheitsschwindel habe ist: Ich sehe in etwa so, als ob ich 2-3 Bier getrunken hätte, bin aber natürlich nicht betrunken. An dieser Stelle möchte ich erwähnen, dass ich Nichtraucher bin und für einen Studenten SEHR WENIG Alkohol zu mir nehme. (Ab und zu trinke ich mit meiner Freundin beim Fernsehen ein, zwei Gläser Cola-Malibu)

    Wie Sie sich sicher vorstellen können, habe ich viel Zeit damit verbracht, im Internet nach Antworten zu suchen und nur um alle Eventualitäten miteinzubeziehen folgende Frage: Halten Sie es für möglich, dass durch die Nackenverspannungen (vor allem die oberen Nackenmuskeln) zu einer Blockade der HWS führt, sodass diese die Arteria Vertebralis einquetschen? Wenn ich mich nicht täusche, könnte eine Minderdurchlbutung des Gehirns einige Symptome erklären.

    Ich denke, jetzt habe ich alles gesagt, was es zu sagen gibt. Falls Sie eine Lösung haben, oder noch etwas fragen wollen, bitte keine Hemmungen, ich bin für jede Antwort sehr dankbar, die Verzweiflung ist groß!

  2. #2
    Krankenschwester
    Geschlecht
    weiblich
    Alter
    60 Jahre
    Mitglied seit
    28.07.2011
    Beiträge
    3.082
    Diese Person ist in einem medizinischen Beruf tätig

    Standard AW: Unerklärliche Vegetative/Funktionelle Störungen

    Hallo Pharmastudent!
    Da Sie davon ausgehen, daß die HWS der VErursacher ihrer Probleme ist, wurde sie denn schonmal untersucht?
    Orthopäde/Neurologe/MRT etc und mit welchem Ergebnis?
    Liebe Grüße
    Josie

  3. #3
    Fühlt sich wohl hier
    Geschlecht
    weiblich
    Mitglied seit
    23.10.2012
    Beiträge
    120

    Standard AW: Unerklärliche Vegetative/Funktionelle Störungen

    Hallo Pharmastudent,

    hast du denn schon mal versucht die Atacken mit einer Psychotherapie wegzubekommen?

    Ob hier eine körperliche Ursache bestehen kann, kann ich nicht sagen. Ich weiss aber, dass es manchmal eine längere Zeit dauert, bis nach einem schlimmen Erlebnis es zum Ausbruch des Traumas kommt. Oft ist es so, dass man während eines Ereignisses absolut normal handelt, ohne viel darüber nachzudenken, was man tut und erst wenn alles vorbei ist oder auch erst Jahre später, spürt man die Folgen.

    Ja, ich habe solche Atacken auch erlebt. Meine Freundin hat mich damals sogar ins Krankenhaus gefahren, weil ich dachte kurz vor einem Herzinfarkt zu stehen. Alle Werte waren in Ordnung (Blut, Blutdruck, EKG, MRT vom Kopf, usw.). Die Ärzte diagnostizierten eine Panikatacke und rieten mir eine Psychotherapie zu machen. Heute geht es mir wieder gut, ich bekomme sie nicht mehr.

    Wenn du meinst, eine Blockade der HWS zu haben, würde ich dir raten, mal zu einem Osteopathen zu gehen. Diese können Blockaden mit den Händen sehr gut aufspühren und lösen, wenn es denn welche gibt.

    Grüßle
    Lämmchen

  4. #4
    Ganz neu hier
    Geschlecht
    maennlich
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    25 Jahre
    Mitglied seit
    05.11.2015
    Beiträge
    3

    Standard AW: Unerklärliche Vegetative/Funktionelle Störungen

    @josie:
    Es wurden beim Orthopäden einige Blockaden der HWS und BWS festgestellt. Die Frau Dr. hat mich dann eingerenkt und mir ging es für etwa 30 min besser! (hab auch besser gesehen etc). Danach wurde es wieder schlechter. Sie hat mich zum Osteopathen weitergeschickt, zu dem ich heute Abend gehen werde. Ich hoffe, dass er mir weiterhelfen kann.
    @Lämmchen:
    nein ich war noch nie beim Psychotherapeuten, weil ich mir irgendwie nicht vorstellen konnte, dass solche Symptome rein psychisch bedingt sein könnten. Vor allem wäre es auch unlogisch, wenn man bedenkt, dass die erste Attacke direkt nach dem Radfahren kam, was ja bekanntlich schlecht für die HWS bzw Nacken ist. Für mich war "ist wohl was Psychisches" immer gleichbedeutend mit "ich weiß nicht, woher es kommt". Von dem her lehne ich die Idee wohl von vornherein ab. Danke daher, dass du mich eines besseren belehrst und ja wie schon oben erwähnt, bin ich heute Abend beim Osteopathen. Falls der nichts findet, muss ich wohl zum Psychotherapeuten.

    lg

  5. #5
    Fühlt sich wohl hier
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    23.10.2012
    Beiträge
    120

    Standard AW: Unerklärliche Vegetative/Funktionelle Störungen

    Hallo Pharmastudent,

    manchmal hat man ja sozusagen Flöhe und Läuse. Vielleicht hast du ja während oder nach dem Fahrradfahren die Symptome bekommen die du oben beschrieben hast (schneller Puls etc.). Man hat dann schon mal das Gefühl, dass einem das Herz bis zum Hals schlägt, hört mehr in sich rein, verkrampft sich unbewußt, bekommt dadurch ein Engegefühl im Brustkorb und hat dann das Gefühl, dass sich dieses Engegefühl über den gesammten Oberkörper ausbreitet.
    Dann bekommt man Angst, dass etwas nicht in Ordnung sein könnte, mit dem Herz, der Lunge oder sonst irgendwas und steigert sich immer mehr da rein und schon hat man die erste Panikatacke. So setzt sich das fort und es entwickelt sich dann ein Teufelskreis, man nennt das dann auch die Angst vor der Angst.
    Vielleicht reagierst du ja auch seit deiner Krebserkrankung unbewußt heftiger auf Reaktionen deines Körpers (?).

    Wahrscheinlich ist die eigentliche Ursache für dein damaliges Herzklopfen usw. schon länst vorbei und war völlig harmlos (Luft im Bauch kann solche Symptome z.B. verursachen), nur dein Nervensystem hat diese Angst gespeichert und deshalb tritt sie immer wieder auf.

    Egal, ob dein Prolem ursprünglich eine körperliche oder eine psychische Ursache hat, eine Therapie kann dir dennoch helfen, die Panikatacken wieder los zu werden oder besser mit ihnen umzugehen.

    Natürlich muss man trotzdem abklären, ob mit dem Körper alles in Ordnung ist und sich notfalls eine Zweitmeinung einholen.

    Gute Besserung!
    Lämmchen

  6. #6
    Ganz neu hier
    Geschlecht
    maennlich
    Alter
    25 Jahre
    Mitglied seit
    05.11.2015
    Beiträge
    3

    Standard AW: Unerklärliche Vegetative/Funktionelle Störungen

    Vielen lieben Dank Lämmchen
    Das hört sich vertraut an, was du so erzählst. Dort wo ich Panikattacken bekomme, neige ich dazu, sie wieder zu bekommen. Zum Bsp kommt das in der Uni in der Vorlesung regelmäßig vor, bis das schließlich in jeder Vorlesung so war. Seitdem gehe ich nicht mehr auf die Uni und lerne nur noch von zu Hause aus. Ähnlich war das vor einem Jahr, wenn ich mit meiner Freundin essen gegangen bin. Kaum setzen wir uns an den Tisch, schon ging es los. Das ist aber Gott sei dank schon länger nicht mehr passiert. Nicht in dem Ausmaß.

    Ich werde das auf jeden Fall beherzigen, dankeschön

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