Passwort vergessen?

Benutzernamen vergessen?


Ergebnis 1 bis 5 von 5

Thema: Trennung trotz/wegen Depressionen?

Hier klicken um die Schrift der Beiträge zu vergrößern Hier klicken um die Schrift der Beiträge zu verkleinern

In dieser Diskussion geht es um "Trennung trotz/wegen Depressionen?" im "Psychische Erkrankungen" Forum, als Teil von Patientenfragen.net
...

  1. #1
    Ganz neu hier
    Geschlecht
    weiblich
    Alter
    47 Jahre
    Mitglied seit
    05.09.2010
    Beiträge
    3

    Standard Trennung trotz/wegen Depressionen?

    Hallo zusammen,
    ich habe mich gerade hier angemeldet und stelle mich kurz vor: ich bin weiblich, 33 Jahre alt und lebe mit meinem Lebensgefährten, der unter Depressionen leidet. Mein Partner und ich wissen erst seit einigen Monaten, dass es sich tatsächlich um Depressionen handelt. Seit einiger Zeit war mir klar, dass sein Verhalten irgendwie anders/verändert ist, aber rückblickend hätten wir viel früher reagieren müssen. Mittlerweile nimmt er ein Antidepressivum und geht zur Psychotherapie.
    Ich beschäftige mich mit der Erkrankung und versuche ihn zu unterstützen, mir ist auch klar, dass es keine sichere Prognose gibt. Es ist aber verdammt schwierig, da ich schon seit Jahren meine Bedürfnisse immer in den Hintergrund stelle, wie zB gemeinsame Verabredungen mit Freunden, Unternehmungen und was eben sonst zum glücklichen Miteinander beiträgt. Von Intimität ganz zu schweigen... Ich wünsche mir so sehr Kinder, und ich kann nachvollziehen, dass er mir dies gerade (und zukünftig?) nicht geben kann. Und nun bin ich in einer Zwickmühle: ich liebe meinen Partner und es tut mir sehr weh, ihn unter seiner Erkrankung leiden zu sehen. Andererseits führe ich nicht das Leben, das ich mir wünsche und habe Angst, dass der "Kinder-Zug" bald abgefahren ist. Ich hoffe, das hört sich für Euch nicht zu egoistisch an, oder kennt Ihr vielleicht ähnliche Gedanken?
    Nachdem wir mal wieder (völlig sinnlos) meine Wünsche und sein Nichterfüllen diskutiert haben, denkt er nun über eine Trennung nach. Wahrscheinlich auch zum Selbstschutz, weil ihm bewußt ist, dass er meine für ihn nachvollziehbaren (und auch seine) Anforderungen nicht erfüllen kann. Ich habe Angst vor einer Trennung, nicht weil ich nicht alleine leben kann (das geht schon ganz gut!), sondern weil ich denke, dass er dann in ein sehr tiefes Loch fällt und seine Depressionen noch schlimmer werden. Und das möchte ich nicht verantworten! Er hat sich sozial fast vollständig zurückgezogen, so dass ich seine wichtigste Bezugsperson bin.
    Habt Ihr vielleicht einen Rat für mich? Ich suche keine "Absolution" für eine Trennung, sondern einfach andere Meinungen!
    Vielen Dank!
    Andrea

  2. #2
    Fühlt sich wohl hier Avatar von sei
    Geschlecht
    weiblich
    Mitglied seit
    21.10.2006
    Beiträge
    159

    Standard AW: Trennung trotz/wegen Depressionen?

    Hi,

    bei Depressionen sind die Aussichten auf Heilung bzw. Besserung gar nicht so schlecht, die Dauer und der Erfolg hängt natürlich auch von der Ursache, dem Auslöser ab.

    Du solltest dir erst einmal überlegen ob du ihn wirklich liebst oder nur aus Rücksicht und Verantwortungsgefühl bei ihm bleibst. Kannst du dir ein Leben ohne ihn vorstellen?

    Eine Möglichkeit ist ein paar Wochen zu warten und zu schauen ob die Antidepressiva wirken, zu schauen ob er sich für dich zum positiven verändert. Oder, wenn es nicht besser wird dich für ihn aufzugeben.

    Wenn du dir ein Leben ohne ihn vorstellen kannst vor allem, wenn es für dich zu belastend wird, dann geh.
    Es hat keinen Sinn dich aufzuopfern, er scheint das ja selber nicht zu wollen und das ist sehr vernünftig. Solltest du aber bei ihm bleiben dann lebe trotzdem dein Leben, es hilft niemanden wenn du auf Aktivitäten und Freunde verzichtest um ihm zu helfen. Erstens brauchst du selber Kraft und um die zu bekommen brauchst du Auszeiten für die Seele sonst kannst du keinem mehr helfen, weil es dir selber schlecht geht.
    Zweitens ist es für ihn auch nicht gut wenn du alles Opferst, er gewöhnt sich an die Situation und der Antrieb den er durch Therapie und Medikamente bekommen hat wird sich nicht durchsetzen. Denn am Anfang einer Therapie neigt man immer dazu den Weg mit dem geringsten Widerstand zu gehen, wird man in Dingen unterstützt die man selber machen könnte, wenn diese Unterstützung fehlt, wird die Überwindung es selber zu tun viel schwerer.

    Wenn du dich trennen solltest ist das vollkommen in Ordnung, es ist kein im Stich lassen sondern Selbsterhalt und das in Anspruch nehmen des eigenen Lebens. Du kannst ja trotzdem noch für ihn da sein wenn du willst.
    Das Glück kann man nur schätzen,wenn man das Unglück kennt.

  3. #3
    Ganz neu hier
    Geschlecht
    weiblich
    Alter
    47 Jahre
    Mitglied seit
    05.09.2010
    Beiträge
    3

    Standard AW: Trennung trotz/wegen Depressionen?

    Hi,
    vielen Dank für Deine Antwort!
    Du hast recht, aufopfern bringt nichts, weder ihm noch mir. Auffangen kann ich ihn offenbar auch nicht gut genug, sondern bin eher mit meinen unerfüllten Vorstellungen befasst. Das setzt ihn wiederum unter Druck und bewirkt wahrscheinlich statt einer liebevollen Unterstützung in dieser Lage das Gegenteil...
    Viele Grüße, Andrea

  4. #4
    Krankenschwester
    Geschlecht
    weiblich
    Wohnort
    Neukirchen-Vluyn
    Mitglied seit
    27.08.2009
    Beiträge
    438
    Diese Person ist in einem medizinischen Beruf tätig

    Standard AW: Trennung trotz/wegen Depressionen?

    Ein sehr guter Freund leidet unter Depressionen, - ich bin froh, daß das nicht mein Ehepartner ist, denn es ist oft sehr schwer damit umzugehen. Wenn ich ehrlich bin, als Partner oder gar Vater für meine Kinder hätte ich soetwas nicht sehr gerne gehabt, denn als enger Freund der mit mir alles bespricht, ist das oftmals schon sehr schwer zu handhaben und zu ertragen. Ich bin froh, daß ich davon in meinem Heim abschalten kann, obwohl manchmal stundenlange Gespräche oder 5-6 Telefonate am Tag nötig sind, brauche ich das nicht ununterbrochen mitzumachen und kann mich da auch mal zurücknehmen, wenn es mir zuviel wird.
    Ehrlich,- würde ich nicht machen, nicht heiraten und auch nicht mit zusammenziehen. Unser Freund kann gerne jeden Tag kommen, auch ein paar Wochen bleiben, aber wäre das ein Dauerzustand, dann bedeutet es einen immsen Verlust an Lebensqualität. Man muß sich da oft abgrenzen können.
    Das ist nicht mal schlimm, wenn man etwas besonders freudiges erlebt hat,- dann kann man es sehr gut ertragen. Hat man aber selbst einmal irgendein schwerwiegendes Problem oder gar einen Trauerfall, dann steht man ganz schön alleine und im Regen da, und das empfinde ich in der Beziehung am belastendsten.
    Du kannst den Kopf unter den Arm tragen: es gibt nichts wichtigeres als die Depression des Freundes. Irgendwann fühlt man sich damit ganz schön allein gelassen, wenn das der Lebenspartner ist, der einem das anbietet.
    Wenn es möglich ist, würde ich Dir raten, den Herrn als sehr guten Freund zu behalten,aber auf diesem Fundament kein Leben aufzubauen.
    Liebe Grüße Feli

  5. #5
    Ganz neu hier
    Geschlecht
    weiblich
    Alter
    47 Jahre
    Mitglied seit
    05.09.2010
    Beiträge
    3

    Standard AW: Trennung trotz/wegen Depressionen?

    Liebe Feli,
    vielen Dank für Deine Antwort. Ich denke, dass Du recht hast. Mein Verstand sagt mir das auch...aber meine Gefühle für ihn sind dennoch da. Das macht die Situation auch so schwer! Einerseits möchte ich ihn in dieser Situation nicht alleine lassen, denn schließlich liebe ich ihn. Andererseits habe ich Angst, dass ich das Leben, wie ich es mir vorstelle, nicht leben kann. Eine wirklich schwere Entscheidung, aber ich werde sie irgendwann treffen müssen...
    Liebe Grüße, Andrea

Ähnliche Themen

  1. Trennung von meinem Freund wegen Depressionen!
    Von Anonymisiert im Forum Psychische Erkrankungen
    Antworten: 8
    Letzter Beitrag: 01.10.2011, 14:21