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Thema: Depressive Schübe, ein Teufelskreis

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In dieser Diskussion geht es um "Depressive Schübe, ein Teufelskreis" im "Psychische Erkrankungen" Forum, als Teil von Patientenfragen.net
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  1. #1
    Ganz neu hier
    Name
    Jakob
    Geschlecht
    maennlich
    Alter
    28 Jahre
    Mitglied seit
    09.01.2012
    Beiträge
    6

    Standard Depressive Schübe, ein Teufelskreis

    Hallo zusammen,

    mein Name ist Jakob und ich bin 18 Jahre alt. Zuvorderst möchte ich meine derzeitigen Probleme schildern.

    Mein eigentliches Problem ist leider recht vielschichtig und besteht aus vielerlei Wechselwirkungen zwischen den einzelnen Teilen.
    Als am schlimmsten empfinde ich meine soziale Isolation: Mein Leben besteht trotz Schule und einer Vereinsaktivität nur aus alleinsein. Ich bin sehr verschüchtert, was ich in bestimmten Begebenheiten (wenn es um sachliches geht) leicht überspielen kann. So richtig schwer dagegen fällt es mir, emotional zu interagieren. Dazu gehört z.B. mit Leuten offen zu reden, freundlich sein im Allgemeinen und somit Freundschaften zu knüpfen (ich kann nicht auf Menschen zugehen). Es ist schon ewig her, dass ich mich mit jemandem getroffen habe. Es gibt zwar einen Bekannten, aber ich traue mich nicht, ihn mit meinen Problemen zu überfallen, weil er mich sonst für verrückt hält (...und ich soetwas garnicht genau artikulieren kann!)
    Anders ist es, wenn ich im WWW unterwegs bin, da bin ich dann nicht mehr abweisend, sondern an sich umgänglich. Auch mit meinem Ausdruck bin ich zufrieden, da ich nicht so sehr unter dem Druck der Umwelt stehe und in Ruhe die passenden Worte finde. Real rede ich unzusammenhängend und stottere.
    Neulich las ich darüber, dass es hochsensible Menschen gibt. Ich habe mich in das Thema vertieft und festgestellt, dass ich höchstwahrscheinlich dazu gehöre.
    Etwas weniger schlimm (für sich genommen) sind meine extremen Ängste, etwa im Sport. Z.B. in einem Ruderboot, wenn ich alleine rudern soll, bekomme ich sofort Panik und verkrampfe total. (ich kann aber schwimmen). Die Ängste sind fast schon paranoid, denn ich drehe mich ständig um, ob mich wer verfolgt. Teilweise leide ich unter (leichten) Halluzinationen, dass mich gewisse Monster aus Horrorfilmen heimsuchen. Das sind immer nur Schrecksekunden, doch es wirkt so real.
    Meine Isolation führt dazu, dass ich einfachste Dinge wie freundlichen Smalltalk nicht mehr führen kann, weil ich es schlichtweg verlernt habe. Da ich grundsätzlich recht introvertiert bin, kann ich mich zwar mehr oder weniger gut damit abfinden, zu lesen, Filme zu schauen, oder ein Spiel zu daddeln... doch das ist weniger als das halbe Leben. Eigentlich will ich doch nur glücklich werden und FreundInnen haben. Bis vor einigen Monaten führte ich online eine lange Beziehung. Dass es nur online war empfand ich als sehr schön, da mich besser in Schrift als in Worten ausdrücken kann und echt verliebt war. Doch das ist nun vorbei. Seit diesem Bruch ist mir klar geworden, dass ich da draußen unheimlich viel verpasse. Zwar bin ich "drüber weg" wie man sagt, aber was bleibt, ist die Erkenntnis, was für ein Wrack ich im Realen bin. Seit etwa 3 Monaten habe ich viele depressive Schübe gehabt, also nur im Bett gelegen und geweint, weil ich an mir selber verzweifle. Denn ich nehme mir ja jedes Mal vor, nett zu Menschen zu sein, doch sobald ich z.B. in der Schule bin, werde ich zu einem schweigenden Eisblock. Jedes Mal, wenn ich anschließend darüber nachsinne - nämlich, dass ich das Gegenteil von dem, was ich jetzt bin sein möchte - erhöht sich mein Selbsthass, der in Selbstbestrafungen gipfelt, wenn ich es manchmal nicht mehr aushalte. Inzwischen ist es sogar so schlimm mit mir, dass ich ein Neider geworden bin und jeden, der nur etwas Glück hat nur noch beneiden kann (was mir innerlich sehr wehtut).

    Da ich schon länger solche Gedanken hege, ist mir auch wieder etwas eingefallen, dass ich auch schon als ganz kleines Kind (mit 9 oder so) mich selber hassen konnte. Auch mein Vater war so, sagt man mir (leider habe ich ihn nie gekannt, da er sehr früh starb, als ich 7 Monate war). Als kleiner Junge lief ich vom Schwimmunterricht nach hause und weinte bitterlich, weil eine Erzieherin von mir (Nachbarin) mir nicht 5 Pfennig geben wollte, weil ich "so tapfer war, mich selber zu bestrafen und zu schlagen". Als ich mich (heute) lebhaft daran erinnerte, wie traurig ich darüber war, kamen mir Gedanken, dass ich möglicher Weise traumatisiert bin bzw. eine solche Veranlagung zu Selbsthass habe.

    Hoffentlich habe ich euch nicht verschreckt, mit dem letzten Absatz. Doch ich wollte es schreiben, weil es vielleicht entscheidend ist.

    Alles in allem ist es bei mir nicht so, dass ich eine Depression (meint: Todeswünsche) habe, nur bin ich zutiefst betrübt über das was ich bin. Zudem empfinde ich eine unendliche Sehnsucht danach, mich hierraus zu befreien, was mir bisher nur nicht glücken will. Es ist, als ob ich mit klarem Kopf (wenn ich Ruhe bekomme) ein völlig anderer Mensch wäre, als wenn ich verkrampft und verängstigt von Menschen umgeben bin. (dann kann ich keine klaren Gedanken fassen).


    Ich erhoffe mir, jemand das alles bis zuende liest und mir verraten kann, was mir helfen kann. Es hat mich enorme Anstrengung gekostet, das hier zu schreiben und meine Probleme "mutig" einzugestehen.


    Danke fürs Lesen,

    Gruß
    Jakob

  2. #2
    Nachtigall
    Gast

    Standard AW: Depressive Schübe, ein Teufelskreis

    Hallo Jakob,
    keine Sorge, du erschreckst hier niemanden mit deinem Beitrag, man ist hier viel schlimmere Dinge gewohnt. Und uns ist es nicht zuviel, einen Beitrag zu Ende zu lesen.

    Für mich hört sich das schon auch nach Hochsensibilität an. Wenn man seelisch mit sich im Reinen ist, kann man aber normalerweise gut damit umgehen. Viele Menschen werden durch schlimme Erfahrungen hochsensibel, und wie in deinem Fall ziehen sie sich zurück, um nicht mehr verletzt zu werden. Das gibt es sehr häufig.
    Depressive Neigungen können auch durch Erbanlagen weitergegeben werden. Aber man kann etwas gegen diese Neigung unternehmen. Sie sind wie andere Krankheiten, die man von seinen Eltern mitbekommen kann, aber nicht muss. Man muss sich nicht damit abfinden.

    Ich habe den Eindruck, als hättest du nie ein Urvertrauen gelernt. Dir fehlt es am Selbstwertgefühl, das haben aber auch viele Menschen, die nicht hochsensibel sind.
    Du solltest dich auf jeden Fall bald in eine psychotherapeutische Behandlung begeben. Dazu kannst du deinen Hausarzt ansprechen, der kann dir Behandlungen verordnen. Oder geh zur Seelsorge, falls du damit was anfangen kannst. Gute Seelsorger können dich auf einen besseren Weg führen. Der Seelsorger in deinem Ort kann dir da sicher weiterhelfen oder dir gute Ansprechpartner vermitteln.

    Mir tut es weh zu lesen, dass du dich Halbidiot nennst, weil du dich gar so verachtest. Ich arbeite in einem Wohnheim für Menschen mit geistigen, psychischen und mehrfachen Behinderungen und habe deshalb eine andere Sichtweise. Jeder Mensch, egal ob gesund oder krank, alt oder jung, hochbegabt oder minderbegabt, ist ein wertvoller Mensch, eben weil er ein Mensch, ein Kind Gottes ist. Du bist nicht geisteskrank oder geistig behindert, sondern deine Seele leidet Höllenqualen und kann dem alleine nicht entkommen.
    Ich würde es als ersten Schritt in die richtige Richtung empfehlen, diesen Namen zu ändern. (Dazu kannst du StarBug oder einen der Moderatoren mittels PN ansprechen, selber geht das nicht.) Und dann geh zum Hausarzt und erzähl ihm das alles. Das wird ein langer, schwerer Weg werden aus dieser Hölle, aber zuvor musst du dich überwinden, deinem Arzt von deinem Problem zu erzählen, damit er dich zu einem guten Psychotherapeuten schicken kann.
    Alles Gute!

  3. #3
    Ganz neu hier
    Name
    Jakob
    Geschlecht
    maennlich
    Alter
    28 Jahre
    Mitglied seit
    09.01.2012
    Beiträge
    6

    Standard AW: Depressive Schübe, ein Teufelskreis

    Vielen Dank für die konstruktiven Worte. Über das Urvertrauen werde ich mich gleich mal informieren, was es damit auf sich hat.

    Um die Psychotherapie machen zu können (und überhaupt erstmal) den Arzt anzusprechen muss ich mit meiner Mutter darüber reden. Ohje, ich glaube das wird sehr schmerzvoll für mich. Denn eigentlich steht sie mir nicht sehr nahe und wir haben ein mehr oder minder abgekühltes Verhältnis.

    Gruß
    Jakob

  4. #4
    Nachtigall
    Gast

    Standard AW: Depressive Schübe, ein Teufelskreis

    Du kannst auch erst mal mit dem Arzt sprechen, ohne dass du deine Mutter informieren musst. Schließlich bist du volljährig. Schmerzvoll werden alle Schritte sein, aber nur so kommst du raus aus deinem Schlamassel.
    Viel Erfolg!

  5. #5
    Noch neu hier
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    12.04.2012
    Beiträge
    22

    Standard AW: Depressive Schübe, ein Teufelskreis

    Hallo Jakob,
    wenn du 18 Jahre alt bist, musst du nicht unbedingt mit deiner Mutter sprechen. Gerade wenn die Beziehung sowieso etwas distanziert ist.Selbst das Gespräch beim Hausarzt muss nicht unbedingt sein.Als ich wegen meiner Ängste eine Psychotherapie begonnen habe, habe ich mir eine Liste (die bei einem Neurologen auslag, gibt es aber auch bei Hausärzten)genommen und die Psychotherapeuten in unserer Stadt durch telefoniert. Zum Glück konnte ich kurze Zeit später mit einer Therapie anfangen. Und sie hat mir sehr geholfen.
    Du wirst es sicherlich schaffen dich einem Therapeuten zu öffnen.
    Ich habe mich wegen meiner Symtome vor anderen Menschen auch immer geschämt, aber bei der Therapeutin floss alles nur so heraus. Alleine das ist schon wohltuhend.Außerdem sprichts du mit einem realem Menschen, auch das wird dir gut tun.
    Wünsche dir alles Gute

  6. #6
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    20.04.2012
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    Standard AW: Depressive Schübe, ein Teufelskreis

    bin neu hier

  7. #7
    Ganz neu hier
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    33 Jahre
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    20.04.2012
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    Standard AW: Depressive Schübe, ein Teufelskreis

    Kann mir irgendwer zu hören ? bitte

  8. #8

    Standard AW: Depressive Schübe, ein Teufelskreis

    dann schreib doch?

  9. #9
    Ganz neu hier
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    Standard AW: Depressive Schübe, ein Teufelskreis

    ich habe suizid gedanken

  10. #10

    Standard AW: Depressive Schübe, ein Teufelskreis

    wie konkret?

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