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Thema: Schüßlers Salze: Laien-Geschwurbel der besonderen Art

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In dieser Diskussion geht es um "Schüßlers Salze: Laien-Geschwurbel der besonderen Art" im "Alternativmedizin kritisch betrachtet" Forum, als Teil von Patientenfragen.net
...

  1. #1
    Glaubt an nix!
    Geschlecht
    maennlich
    Mitglied seit
    15.04.2007
    Beiträge
    1.207

    Standard Schüßlers Salze: Laien-Geschwurbel der besonderen Art

    Es gibt derzeit kaum eine Variante der "alternativen Medizin“, die einen so grottenschlechten Ruf bei denen genießt, die über ein Mindestmaß an mathematischen oder naturwissenschaftlichen Kenntnissen verfügen, wie die Biochemie nach Schüßler.

    Allenfalls Bachs Blütentherapie oder die neue Varianten der Homöopathie, PraNeoHom - Homöopathie nach Körbler, bei der nicht mehr Mittel verabreicht werden, sondern kryptische Bildchen auf Körperstellen gepinselt werden, sind derzeit in der Lage, noch mehr Hohngelächter zu erzeugen; was natürlich die jeweilige Glaubensgemeinschaft in ihren Überzeugungen noch sicherer macht.

    Apropos "Überzeugungen + Alternativemedizin": Der wichtigste Aspekt dabei ist, neben der selbst- oder fremdgemachten, unglaublich positiven Erfahrung, dass sich die Wissenschaften und -schaftlern (pauschal „materialistische Dogmatiker“ tituliert), gegen ein Verfahren aussprechen.

    Denn es gibt, wie wir mittlerweile wissen, kaum einen besseren Beweis für die absolute Tauglichkeit eines „alternativen Arzneimittels“, als das Wissen, dass sich die Wissenschaft (gerne auch als „kalte Schulmedizin“ bezeichnet) gegen ein Verfahren wendet.
    Sobald die akademisch ausgebildeten Ärzte (abwertend „Schulmediziner“ genannt) so üble Bösartigkeiten wie „mangelnde Logik“, „Unvereinbarkeit mit Naturgesetzen“, oder „fehlende Wirksamkeitsnachweise“ in den Mund nehmen, wir schlagartig klar:

    Das Mittel hilft ! Heute, schon immer, und gewiss in aller Ewigkeit.

    Und da man ja solche Überzeugungen nicht einfach ignorieren darf, weil mittlerweile Toleranz und Offenheit gegenüber jedem Unsinn eingefordert wird, schauen wir doch auch einmal, was die Schüßler-Therapie so zu bieten hat.

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    I. Die (naja) „Theorie“ der Biochemie á la Schüßler

    Gut, mit Biochemie, wie sie üblicherweise verstanden wird, hat das Verfahren nichts zu tun, mit Medizin im Grunde auch nichts.

    Wir können deshalb die Darstellung der Theorie auf wenige Sätze reduzieren, was sicher ganz im Sinne Schüßlers (1) gewesen wäre.

    Einem unbegabten Arzt des 19. Jahrhunderts war nicht nur die damaligen Medizin zu kompliziert, sondern auch ihr Gegenentwurf, die Homöopathie nach Hahnemann.
    Um anstrengender diagnostischer und therapeutischer Tätigkeit zu entgehen, hat er dann ein Heilverfahren mit lediglich 12 Mineralstoffen (2) erfunden, deren angeblicher Mangel angeblich für alle Krankheitszustände verantwortlich war, und deren Zufuhr in kleinsten Dosierungen angeblich alle Krankheiten beseitigen konnte.
    Die Auswahl des jeweils passenden Salzes erfolgt über die sogenannte Antlitzdiagnose, bei der angeblich untrügliche Zeichen im Gesicht auf den angeblichen Mangel hinweisen.
    Glaubt man Schüßler, lässt sich diese Diagnose nicht erlernen, sondern ergibt sich aus den „Erfahrungen“ des Therapeuten.
    Um den angeblichen Mineralmangel zu beheben, soll das fehlende Salz in homöopathischer Verdünnung eingenommen werden. Die Atome aus dem Salz wandern angeblich in die kranken Zellen und locken dort angeblich durch ihre Bewegung weitere Minerale in die Zellen.

    Belege für die Schüßlerschen Thesen gibt´s nicht, was nicht wundert.

    Die abenteuerlichen Behauptungen Schüßlers widersprachen schon zu seinen Lebzeiten dem medizinischen und chemischen Wissen. Und, nachdem die menschenverachtenden Versuche so völlig daneben gingen, mit denen die Nazis - in ihrer wahnhaften Suche nach ideologieverträglichen Heilverfahren - auch Schüßlers Biochemie in Dachau validieren wollten, hat sich kaum ein ernstzunehmender Wissenschaftler noch mit den Schüßler-Salzen beschäftigt; und wenn, dann mit negativen Ergebnissen.

    Aber einen tragfähigen Wirksamkeitsnachweis für die „Biochemie“ abzuliefern, war und ist im Grunde auch nicht nötig. Denn der Dr. Wilhelm Heinrich Schüßler mag zwar ein unbegabter Arzt gewesen sein, aber dafür war er ein begnadeter Vermarkter, der schon ziemlich frühzeitig dafür sorgte, dass Anhänger seine „Therapie“ über Laiengesellschaften, die „Biochemischen Vereine“, verbreiteten.

    Zeitgleich mit der Wiederbelebung der Homöopathie in den letzten Jahrzehnten des vergangenen Jahrhunderts, begann dann auch der erneute Aufstieg der leicht verunreinigten Milchzuckerpresslinge aus dem Hause Schüßler.


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    II. Argumente gegen die Biochemie á la Schüßler

    Beschäftigt man sich allerdings intensiver mit der Schüßlerschen Gedankenwelt, stößt man zwangsläufig auf eine krude Mischung zwischen oberflächlichem, und nach heutigem Wissensstand meist falschem, physiologisch-chemischen Wissen und der ideologisch beschränkten Weltsicht eines gelernten Homöopathen.

    Als Erklärung für die Unbefangenheit, mit der Schüßler seine „Theorie“ formulierte, mag gelten, dass sich im 19. Jahrhundert ein wesentlicher Paradigmenwechsel in den Naturwissenschaften und damit auch in der Medizin vollzog. Wöhlers Oxalsäure- und Harnstoffsynthese veranlasste, die Idee des Vitalismus zunehmend kritisch zu betrachten, Virchows Zellularpathologie löste die Humoralpathologie (Viersäftelehre) ab, die Alchemie verabschiedete sich endgültig, nachdem das Atommodell sich als deutlich nützlicher für die Erklärung chemischer Reaktionen zeigte, als die Vorstellung tranzendenter Aspekte in der Materie.

    Dass gerade aber Zeiten einer großen Unsicherheit besonders unausgegorene, in sich widersprüchliche Theorien begünstigen, zeigt sich mit der Schüßlerschen Biochemie in aller Deutlichkeit.
    Dankbar dürfen wir Schüßler jedoch sein, dass er seinen Schmonzes nicht mit höheren Energien verbrämt hat, und weder Engel und Elfen noch Zaubersprüche am Geschehen beteiligt sind, sondern einfach nur falsche „Fakten“.

    Diese zu identifizieren ist verhältnismäßig einfach: ein Blatt Papier, Schreibwerkzeug, ein Taschenrechner (nicht unbedingt) für einige Berechnungen, ein gutes Lehrbuch zur Biochemie, wie man sie üblicherweise versteht, sowie ein weiteres zur Pathologie reichen völlig aus.


    - Substitution von Mineralstoffen durch Schüßler-Salze ?

    Folgt man Schüßlers Krankheitslehre, trifft man in des Meisters Hypothesen zuerst auf die Überlegung, dass krankheitserzeugende Defizite an Mineralstoffen ausgeglichen werden müssen.

    »Die Biochemie bezweckt die Correction der von der Norm abweichenden physiologischen Chemie.«

    Wer dies Ziel (die Deckung des Mineralstoffdefizits) und die Mittel und Wege, auf denen es erreicht wird, unbefangen sich veranschaulicht, wird zu der Erkenntniß kommen, daß die biochemischen Mittel, nach richtiger Wahl angewendet, zur Heilung aller durch innerliche Mittel heilbaren Krankheiten genügt.«
    (3)

    Dieses Zitat reflektiert die Idee der Substitution von fehlenden (Mineral)Stoffen auf pharmazeutischem Weg, was grundsätzlich nachvollziehbar ist.

    Allerdings ist es hier erstaunlich, dass die Substitution ausgerechnet mit enorm verdünnten Arzneien erreicht werden soll, denn gerade im Hinblick auf die Dosierungen D6 oder D12 ist eine Substitution von Mineralstoffen bei einem echten Mineralienmangel mit Schüßler-Salzen kaum möglich, weil die übliche Dosierung D6 und D 12 bedeuten, dass bei Potenz D6 1 Gramm Wirkstoff in 1 Tonne Milchzucker zu finden ist, was einem Wirkstoffgehalt von 0,00000025 Gramm je Tablette entspricht.

    Nehmen wir als Beispiel Calciumphosphat, das Schüßler-Salz Nr.2:

    Hier ist der angesprochene Wirkstoff das Mengenelement Calcium, das in verschiedenen Komplexen im menschlichen Körper vorliegt, z.B. als Calciumphosphat, Calciumcitrat, Calciumlactat etc..
    Insgesamt findet man im menschlichen Organismus etwa 1 kg Calcium, der größte Teil davon – etwa 99 % – in Knochen und Zähnen. Bedingt durch übliche Stoffwechselvorgänge beträgt der täglich zu substituierende Bedarf rund 1000 mg.
    Wollte man diese Menge mit Hilfe von Schüßler-Salzen – sagen wir zur Hälfte – ergänzen, müsste man täglich 2.000.000 Tabletten zu je 250 mg Milchzucker zu sich nehmen. Das sind 500 kg Milchzucker, wenn ich mich nicht verrechnet habe.

    Bei der anderen Potenz, der D12 ist es noch ein wenig grotesker, denn bei D12 ist 1 Gramm Wirkstoff in 1 Million Tonnen (!) Milchzucker zu finden, was einem Wirkstoffgehalt von 0,00000000000025 Gramm je Tablette entspricht.

    Auf die Nr. 8 „Natrium chloridicum“ = Natriumchlorid, also „Kochsalz“, angewendet, bedeutet es im Hinblick auf die notwendige tägliche Zufuhr von etwa 4 Gramm, dass eine 50 % Substitution etwa mit der Einnahme von 8.000.000.000.000 Tabletten zu erreichen ist. Sollte ich mich jetzt um die eine oder andere Null vertan haben, so ist das ziemlich egal.

    Auch ist zu erwähnen, dass der Versuch der Substitution ein ziemlich teures Unterfangen ist, denn 1 kg Milchzucker (die Tablettenbasis) kostet in einfacher Packung etwa 6 Euro.
    Als Schüßler Salze kostet der gleiche Milchzucker mit 0,1 Gew.% des namensgebenden Bestandteils (D3), oder 1 Teil des namensgebenden Bestandteils auf 999.999 Teile Milchzucker (D6) oder 1 Teil des namensgebenden Bestandteils auf gerundet 1 Billion Teile Milchzucker (D12) in der aufwendigen „Kleinpackung“ zu maximal 1000 Tabletten mit jeweils 250 mg etwa zwischen 50 und 100 Euro pro kg. In den kleineren Gebinden wird es noch mal teurer.


    Am Beispiel Magnesium durchgespielt:

    Die Schüßler-Zubereitungen von der DHU z.B. werden in D3, D6 und D12 angeboten.
    Grob überschlagen heißt das, dass man gerundet 2 handelsübliche Drogerie-Brausetabletten mit Magnesiumcarbonat mit einem Kaufpreis von etwa 5 Cent je Brausetablette, vom Magnesium-Gehalt her durch 1 kg von den Schüßler D3-Tabletten ersetzen kann, oder durch 1 Tonne Schüßler-Salze bei D6.
    Bei der D12 wird´s dann schon lustig: 2 Brausetabletten entsprechen 1 Megatonne Schüßler-Salz.
    Anders ausgedrückt: die Magnesium-Menge, die Ihnen in zwei Tabletten aus der Drogerie für 10 Cent quasi nachgeschmissen wird, bekommen Sie über die Schüßler-Salze für etwa 80 Euro (D3), 80.000 Euro (D6) oder – jetzt wird´s astronomisch – 80 Milliarden Euro (D12)… (4)

    Häufig von Schüßler-Salz-Anwendern vorgebracht, dass derartige Berechnungen nicht statthaft wären, da über die Verreibung der Salze eine besonders gute Bioverfügbarkeit hergestellt würde.

    Gute Bioverfügbarkeit bei Mineralstoffen bedeutet, dass diese als gut resorbierbarer Komplex oder eben in ionisierter Form vorliegen.
    Mineralwasser (wie auch normales Leitungswasser) enthält gelöste Mineralien als Kationen oder Anionen, gewährleistet also eine schnelle Resorption, weshalb ein Vergleich mit Schüßler-Salzen angebracht ist.

    Angestellt wurde ein solcher von der Apothekerin Susana Niedan-Feichtinger von der österreichischen Firma Adler Pharma, einer Herstellerin von Schüsslersalzen.
    Allerdings verfolgte Frau Niedan-Feichtinger mit ihrer Berechnung eine gänzlich andere Intention (5). Sie wollte nämlich verdeutlichen, dass die Einnahme von Schüßler-Salzen gesundheitlich unbedenklich ist, was wohl kaum jemand anzweifelt, sieht man einmal von möglichen Diarrhoen aufgrund zu reichlicher Milchzuckerzufuhr ab.

    Dass Frau Niedan-Feichtinger aber (wohl unbeabsichtigt) mit ihrem Rechenbeispiel ein weiteres überzeugendes Beispiel dafür geliefert hat, wie unsinnig die Einnahme von Beschüßlerchen ist, dafür sei ihr ausdrücklich gedankt.

    „Alle Mineralwasser-Konsumenten nehmen pro Tag mehr Mineralstoffe auf, als es über Schüßler Salze überhaupt möglich wäre: Wenn in einer Mineralwasserflasche 115 mg/l Kalzium (beispielsweise Vöslauer mild) angegeben sind, dann müsste man, wenn man die in Calcium phosphoricum D6 enthaltenen reinen Kalziumionen auf das im Mineralwasser enthaltene Kalzium umrechnet, 388 kg an Schüßler Salz Nr. 2 in D6 (1.552.000 Tabletten!) täglich einnehmen, um auf die gleiche Menge wie in 1 Liter Mineralwasser zu kommen.

    Bei einem Gehalt von 39,4 mg Magnesium pro Liter Mineralwasser (beispielsweise Vöslauer mild) fällt der Vergleich auch interessant aus: Berechnet auf die Menge Mg im Mg HPO4 geht es hier um 772.550 Tabletten oder 193 kg Mineralstofftabletten Nr. 7 nach Dr. Schüßler in der D6.(4)


    Belassen wir es dabei, bevor noch jemand auf die Idee kommt, den Preis für Mineralwasser mit dem von Schüßler-Salzen zu vergleichen...



    - Hektisches Treiben an der Zellwand ?


    Dem Substitutionsgedanken gegenüber steht eine gänzlich andere Überlegung des großen Meisters: durch die sehr geringe Dosierungen der Mineralien in den Schüßler-Tabletten (die angeblich etwa der Konzentration der Mineralstoffen in den Zellen entspricht) soll der Zelle gleichsam der Anstoß gegeben werden, in ihren funktionell idealen Mineralstoffhaushalt zurückzukehren.

    »Die pathogen veränderten Zellen, d. h. die Zellen, welche ein Defizit an einem ihrer Mineralien erlitten haben, bedürfen einer Deckung mittels einen homogenen Mineralstoffs. [...] Zu diesem Zwecke verabreicht man die betr. Mineralstoffe in Molekularform.
    Die Moleküle treten durch das Epithelium der Mund- und Schlundhöhle in das Blut und diffundieren nach allen Richtungen. Diejenigen Moleküle, welche in den Krankheitsherd gelangen, vollziehen
    daselbst eine lebhafte Molekularbewegung, in welche gleichartige Stoffe aus der Nachbarschaft treten. Diese Stoffe gelangen in die pathogen veränderten Zellen, und somit kommt eine Heilung zustande.«
    (3)

    Spätestens hier graust es den wahren Biochemiker und den Physiologen; und nicht nur deshalb, weil Schüßler die Brownsche Molekularbewegung offenbar nicht so richtig verstanden hat.

    Wichtiger ist: alle Lebensprozesse und spezifischen Zellfunktionen bedürfen der Anwesenheit bzw. der Abwesenheit bestimmter Stoffe. Zellen sind darauf angewiesen, selektiv Stoffe und Teilchen auszutauschen, d.h. benötigte Materialien aus dem interstitiellen Raum in die Zelle einzuschleusen bzw. nicht mehr benötigtes Material zu entsorgen.
    Die Abgrenzung der Zelle zur Umgebung ist eine biologische Notwendigkeit.

    Deswegen müssen Mechanismen, z. B. Ionenkanäle und sogenannte Carrier, vorhanden sein, die es Molekülen äußerst selektiv erlauben, die Membran zu passieren, denn die aus Phospholipiden bestehende Doppelschicht der Zellmembran ist nur für Gase und sehr kleine, meist unpolare Moleküle durchlässig.

    Für Moleküle wie Ionen (Teilchen mit Ladungen), sowie die meisten biologisch wirksamen Substanzen ist sie ohne Hilfe eine unüberwindbare Barriere, da solche Moleküle polar und somit hydrophil sind.

    Nun liegen Mineralstoffe im wässrigen Milieu aber in Ionenform vor, d. h. als positiv (Na +, K+, Ca2+, Mg2+) oder als negativ (Cl-, HPO42-, SO42-) geladene Teilchen, was den Schluss zulässt, dass der von Schüßler behauptete Übergang der Mineralstoffe in die Zelle, in der Form wie der Meister es sich vorstellte, nicht funktioniert.

    Auch ist die Resorption von Mineralstoffen aus dem Verdauungstrakt kein einheitlicher Vorgang, sondern erfolgt ebenfalls unter Nutzung verschiedener Transportmechanismen.

    Eisen beispielweise wird durch aktiven Transport aufgenommen, Calcium kann, in Abhängigkeit vom Angebot, sowohl aktiv als auch passiv resorbiert werden, gleiches gilt für Natrium. Phosphor wird aktiv transportiert, Magnesium je nach Art der Verbindung über den Wasserstrom, durch Carrier oder Transportproteine.

    Diese Transportmechanismen sind allesamt im Darm vorhanden, nicht aber in der Mundschleimhaut, so dass die Resorption über die Mundschleimhaut, die ohnehin nur für eine eng begrenzte Anzahl von Stoffen möglich ist, keineswegs als generelle Möglichkeit für die Stoffaufnahme existiert.
    Wäre die Resorption über die Mundschleimhaut so universell möglich, wie Schüßler es annahm, so spräche sehr viel dafür, diesen Weg auch für konventionelle Medikamente umfänglich zu nützen, was jedoch nur mit einer sehr geringen Zahl von Medikamenten gelingt, beispielweise mit Glycerolnitrat (Nitroglycerin).

    Und schließlich: die Behauptung, dass Mineralsalze dann, wenn sie sich in erkrankten Zellen befinden, durch „heftige Molekularbewegung“ andere Moleküle des gleichen Stoffes anregen würden, damit diese ebenfalls in die Zelle gelangen, entbehrt jeder Grundlage. Wie schon oben erwähnt, vollziehen sich Stofftransporte auf zellulärer Ebene auf verschiedene Weise.


    - Heilung aller durch innerliche Mittel heilbaren Krankheiten ?


    An dieser Stelle erfasst nun auch den Pathologen das Grauen.

    Wir wissen heute, dass Schüßler Idee, alle Krankheiten seien auf einen zellulären Mineralstoffmangel zurück zuführen, wenigstens so absurd ist, wie die Vorstellung, dass Mineralstoffe zur „Heilung aller durch innerliche Mittel heilbaren Krankheiten“ genügen.

    Ebenfalls wissen wir, welche pathogenen Folgen echter Mineralstoffmangel hat, genauso aber auch, dass dieser nur selten vorliegt, meistens als akute Begleiterscheinung einer anderen Erkrankung, beispielsweise einer Enteritis.

    Das wusste auch der Gesetzgeber, als Schüßler-Salze als »Homöopathische Arzneimittel ohne therapeutische Indikation« klassifiziert wurden.

    Erstaunlicherweise fühlt sich aber kaum jemand durch diesen Hinweis veranlasst, die zahlreichen Indikationen, für die Schüßler-Salze als Therapeutikum propagiert werden, zu hinterfragen.
    Vor allem im Internet existieren unzählige Websites, die ausführlich über die „Krankheiten“ informieren, gegen die Schüßler-Salze angeblich wirksam sind.

    Eine besonders penetrante Seite (die ich hier absichtlich nicht verlinke) liefert hunderte von Indikationen, von denen ich, als abschreckendes Beispiel, die für Nr. 12 „Calcium sulfuricum“ geltenden kopiert habe.

    Wenn Sie, geschätzter Leser, also an einer der nachfolgenden Krankheiten leiden

    Abduktionskontraktur, Abhängigkeit, Abszesse, Adduktionskontraktur, Adipositas, Akne Altersflecken, Angina, Aphten, Badeotitis, Bedrückung, Benignes Prostatasyndrom Beugekontraktur, Blasenentzündung, Blockierung, Blutgerinnung, Blutvergiftung, Brennen beim Wasserlassen, Bronchitis, Brustentzündung, Brüchige Fingernägel, Brüchige Haare, Cholesteatom, Chronische Bronchitis, Darmausgangs-Fisteln, Eierstocksabszess, Eifersucht, Ekzeme, Empfindsamkeit, Entscheidungsschwäche , Erwachsen werden, Feinsinnigkeit, Fette Haut, Fettsucht, Fisteln, Flexionskontraktur, Furunkel, Fußgelenks-Schmerzen, Gedächtnisschwäche, Gelenkkontraktur, Gelenkrheumatismus, Gelenkversteifung, Gicht, Giftstoffe-Abbau,
    Glanzlose Haare, Glomerulonephritis, Grind, Grosszehen-Schiefstand, Haar-Spliss, Hallux valgus, Harnbrennen, Herdbedingter Rheumatismus, Kater, Katzenjammer, Kieferhöhlen-Vereiterung, Kiefernhöhlenentzündung, Klarheit, Knorpel-Aufbau, Kontraktur, Kopfekzem, Kopfgrind, Kreativität, Krisenstimmung, Labilität, Laufnase, Lustlosigkeit, Lymphknoteneiterung, Lymphknotenentzündung, Magengeschwür, Mandelabszess, Mandelentzündung, Mandelvereiterung, Milchschorf, Milchstau, Mittelohr-Vereiterung, Mittelohrentzündung, Mumps, Muskelkontraktur, Muskelrheuma, Nasenlaufen, Nebenhöhlenentzündung, Nein-Sagen können, Nierenentzündung, Offene Eiterungen, Offenheit, Ohren-Ekzem, Ohrknorpelentzündung, Ohrmuschelekzem, Ohrmuschelentzündung, Opferhaltung, Osteomyelitis, Otitis externa, Parotitis, Parotitis epidemica, Passivität, Perichondritis, Perlgeschwulst, Pickel, Prostataabszess, Prostataadenom, Prostatabeschwerden, Prostatahyperplasie, Prostatahypertrophie, Pseudo-Krupp, Pusteln, Sanftmut, Schlaflosigkeit, Schnupfen, Schulter-Rheuma, Selbsteinschätzung, Selbsterkenntnis, Selbstversorgung, Selbstvertrauen, Sensibilität, Sinnsuche, Sorgen, Spastische Kontraktur, Speicheldrüsenentzündung, Spitzfuss, Stirnhöhlenentzündung, Stockschnupfen, Streckkontraktur, Stumpfe Haare, Ständiger Harndrang, Surferohr, Taucherohr, Übergewicht, Unentschlossenheit, Unfruchtbarkeit, Unglücklichsein, Unsicherheit, Verantwortung ,Vitalisierung,Volkmann-Kontraktur, Wachstumsverzögerung, Wertschätzung, Willensschwäche, Willensstärke, Wundsein, Zahn-Herde, Zahnungs-Verzögerung, Zahnwurzel-Abszess, Ziegenpeter, Zwanghaftigkeit, Zwänge, Zwölffingerdarmgeschwür
    oder Zystitis

    und Sie wollen sich dagegen Beschüßlern, haben aber gerade keine Nr. 12 im Haus, dann macht das nichts. Lecken Sie einfach kurz an der Beethoven-Büste auf Ihrem Klavier.

    Sollte es auch daran mangeln, schauen Sie mal im Werkzeugkasten nach.
    Dort finden Sie die Nr. 12 als Arznei für Löcher in den Wänden.
    Allerdings unter ihrem bürgerlichen Namen: Gips.

    In diesem Sinne, viel Erfolg beim „Heilen“ !




    Bevor ich es vergesse:


    III. Argumente für die Biochemie á la Schüßler


    1. Aufgrund ihrer Wirkungslosigkeit existiert nur ein geringes Risiko für den Anwender

    2. Sie erspart der Solidargemeinschaft der GKV die Finanzierung mancher unnötiger Arztbesuche, da ihre Anwender das Gefühl haben, nun endlich ihr medizinisches Schicksal selbst in den Händen zu halten.

    3. Sie erfreut den Apotheker und die alternative Pharmaindustrie.



    Endnoten:

    (1) Zur Person Wilhelm Heinrich Schüßlers:

    Folgt man den Biographen Schüßlers sowie auch erhaltenen Dokumenten zu Ausbildung und Tätigkeit, kann man zumindest eins feststellen: er war als Arzt (und Wissenschaftler) eine ziemlich fragwürdige Gestalt.

    1855 promovierte Dr. med Schüssler in Gießen ohne Dissertation, ohne Leistungsnachweis, und in Abwesenheit, was an einigen Universitäten möglich war, da es an den Hochschulen der damaligen Zeit keine einheitliche, staatliche Prüfungsregelungen gab, und die eigentliche Zulassung zum Arztberuf erst durch eine behördliche Entscheidung genehmigt wurde.

    In diesem Zusammenhang wird kolportiert, dass Schüßler die unorthodoxe Promotion in Gießen dadurch erreichte, dass er behauptete, kurz vor der Dienstaufnahme als Militärarzt zu stehen. Die Universität gab sich daraufhin mit einem Kolloquium und den Prüfungsgebühren zufrieden.
    Eingeschrieben in Gießen war Schüssler vom November 1854 – Februar 1855, also ganze 4 Monate.

    Sein gesamte Studienzeit betrug mit Unterbrechungen und vier Universitätswechseln insgesamt gerade 3 Jahre 1852 – 1855.

    Zur Erlangung der medizinischen Staatsprüfung zur Zulassung als Arzt meldete sich Schüssler im Herbst 1855 an; und wurde abgelehnt, weil er keine Leistungsnachweise erbringen konnte. Kurzfristig später startete er einen weiteren Versuch; und wurde prompt wieder abgelehnt, weil er über seine Studienleistungen keine akademischen Zeugnisse vorlegen konnte, und man seiner Versicherung, er hätte Medizin studiert, nicht so recht Glauben schenkte.

    Der nächste Versuch, zur Staatsprüfung zugelassen zu werden, erstreckte sich darauf, dass Schüßler - zum Nachweis der Vorbildung - einen sogenannten Maturitätsnachweis erbringen wollte, und zwar an der Universität Prag, wo er sein letztes Studienjahr verbracht hatte. Zunächst lehnte die Prüfungskammer dieses ab, jedoch nach Bittbriefen an die zuständige Regierung wurde dieses Vorgehen nachfolgend doch genehmigt.

    Am 19.8.1856 bat Schüßler seinen Landesherrn um die Ermäßigung der Anforderungen zum Maturitätsexamen, da seine Schulkenntnisse nicht ausreichend seien. Schüßler wollte in Mathematik, Geographie, Geschichte und Griechisch nicht streng geprüft werden. Dieses Ansinnen wurde ebenfalls abgelehnt. Gänzlich unverschämt verlangte man von dem Dr. med. Schüßler nun doch, dass er endlich sein Abitur am Gymnasium in Oldenburg ablegen möge, was er 1857 auch erledigte.

    Nachdem diese Voraussetzung erfüllt war, erhielt er dann die Zulassung zur staatlichen Prüfung als Arzt, bei der er – wie irgendwie zu erwarten war – durchfiel.

    Da die Prüfungsprotokolle erhalten sind, hier einige Auszüge der Kommentare seiner Prüfer, der Ärzte Kelp und Kindt:

    Kelp zu Schüßler:

    Von den Hülfswissenschaften Chemie und Botanik hat der Examinand nur dürftige Kenntnisse; es scheint derselbe diese Fächer aber flüchtig studiert zu haben. (…) Die Arbeiten des Examinanden sind m. E. sehr mittelmäßig. Seine oberflächliche Bildung, ungründliches Wissen und Urtheil machen sich bemerklich. Ich finde keine Frage gut beantwortet..

    Der Prüfer Dr. Rudolph Kindt meinte:

    Seine manuelle Geschicklichkeit scheint gering zu sein; seine Hände sind linkisch, wie überhaupt sein Körper. In der Untersuchung der Kranken kann ich seine Zuverlässigkeit rühmen. Seine Krankengeschichten sind so dürftig, immer ohne Geist, aber nie entschieden unrichtig

    Wenn also Schüßler ein medizinisches Genie war, bei seiner Prüfung ist davon doch recht wenig zu bemerken. Um dennoch als „Arzt“ zu arbeiten, hat Schüßler dann nicht, wie angesichts seiner Defizite zu erwarten gewesen wäre, noch ein paar Jahrzehnte weiter studiert, sondern – darauf muss man erst einmal kommen – eine Art Unterschriftenaktion initiiert, die an den Rat der Stadt Oldenburg gerichtet war. Nachdem 309 Oldenburger Bürger sich für Schüßler stark gemacht hatten, erhielt das „Genie“ endlich die Zulassung zum Arztberuf, allerdings unter der Voraussetzung, ausschließlich homöopathisch zu behandeln.

    Gerade diese offensichtliche Begabungslosigkeit (Korrektur Mittelmässigkeit aber ist der finale Beweis für die Wirksamkeit der Biochemie nach Schüßler. Denn, das wissen wir doch durch Hahnemann oder den großen versteinerten Rudi, die „ächten“, wirklich wirksamen Heilmittel stammen nur von verkannten Genies, die von der Wissenschaft böswillig diskreditiert werden.

    (2) Mittlerweile haben Schüßlers Nachfolger zu den ehemalig 12 Mitteln
    noch ein paar weitere hinzugefügt, für die allerdings das Gesagte ebenfalls gilt.

    (3) Quelle der Schüßler-Zitate: Schüßler, W. H., Eine abgekürzte Therapie. Anleitung zur biochemischen Behandlung der Krankheiten. Oldenburg und Leipzig 1898.

    (4) Die Berechnungen stammen aus dem Öko-Test Forum.

    (5) http://www3.apoverlag.at/pdf/files/OAZ/OAZ-2010/OAZ-2010-24.pdf

    Geändert von Pianoman (01.01.2011 um 23:03 Uhr)
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    There are 40 million websites and 39.9 million tell lies, sometimes outrageous lies.
    They mislead cancer patients, who are encouraged not only to pay their last penny
    but to be treated with something that shortens their lives.
    At the same time, people are gullible. It needs gullibility for the industry to succeed.
    It doesn't make me popular with the public, but it's the truth.
    Edzard Ernst über Alternativmedizin

  2. #2
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    1.207
    Geändert von Pianoman (01.01.2011 um 23:05 Uhr)
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  3. #3
    Gesperrt
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    Standard AW: Schüßers Salze: Laien-Geschwurbel der besonderen Art

    @ Pianoman,

    da Sie als "Moderator" ja nur Ihre Sicht der Dinge als "richtig" betrachten und kritisches nachfragen, sowie eine Betrachtung, mit einer anderen Sichtweise, gar nicht zulassen (Löschen), frage ich mich, wie jetzt eine Diskussion zu Stande kommen soll.
    "Alternativmedizin ist ein sehr umstrittenes Thema und es gibt genauso viele Befürworter wie Kritiker. Dieses Forum dient dazu, sich auf eine sachliche und wissenschaftliche Weise kritisch mit dem Thema Alternativmedizin auseinanderzusetzen. Aufgrund der kontroversen Thematik bitte ich darum, die Forum Regeln und Netiquette hier besonders zu beachten!"

  4. #4
    Glaubt an nix!
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    maennlich
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    Beiträge
    1.207

    Standard AW: Schüßers Salze: Laien-Geschwurbel der besonderen Art

    Lassen Sie die ständigen Unterstellungen, ich würde hier "meine" Sicht der Dinge propagieren.

    Ein wesentlicher Teil des Textes besteht aus der Analyse der Schüßlerschen Hypothesen unter Beachtung dessen, was wir gesichert über biologische/biochemische/chemisch-physikalische Abläufe auf zellulärer Ebene wissen.
    Ein weiterer Teil besteht aus Rechenbeispielen, die so abstrakte Begriffe wie D6 / D12 etwas konkreter werden lassen.

    Widerlegen Sie die naturwissenschaftlichen Theorien, weisen Sie Rechenfehler nach, und Sie können posten, was der PC hergibt. Wenn Ihnen das Erstere gelingt, winkt sogar der Nobelpreis.

    Propaganda und unhaltbare Behauptungen lösche ich allerdings weiterhin, und zwar deshalb:

    Dieses Forum dient dazu, sich auf eine sachliche und wissenschaftliche Weise kritisch mit dem Thema Alternativmedizin auseinanderzusetzen.
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    Edzard Ernst über Alternativmedizin

  5. #5
    Krankenschwester
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    Neukirchen-Vluyn
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    Diese Person ist in einem medizinischen Beruf tätig

    Standard AW: Schüßers Salze: Laien-Geschwurbel der besonderen Art

    Ich will es mal so sagen, ohne Pro und Contra für ein Medikament, eine Therapie oder die Homöopathie zu erwähnen.

    Wenn man einem Patienten pures Wasser gibt und er hat dadurch irgendeinen Heilerfolg, sei es durch einen Placeboeffekt, der z.b auch bei jeder Medikamentenstudie zu erwarten ist,- ( zb doppelblinde, randomisierte Studien), so hat der Paceboeffekt einen , wenn auch umstrittenen Anteil an jedem Behandlungserfolg, dann ist diese Pro-und Contrageschichte in jedem Fall contraproduktiv.
    Was eigentlich schade ist, weil es durchaus wünschenswert ist Heilerfolge mit einem geringen Einsatz an Mitteln, die noch geringere Nebenwirkungen haben zu erzielen.
    Insofern halte ich diese Diskusion für nicht sehr konstruktiv und wenig hilfreich.
    Wie sinnvoll ist es den Patienten, die dadurch eine Besserung ihrer Symptome zu verzeichnen haben, denen zu beweisen, daß es sich um Unfug handelt, wenn diese mit dem Ergebnis zufrieden sind?
    Das bedeutet doch nur, daß irgendjemand am Ende recht behalten möchte.
    In Texas wurden 120 Personen an einer Knie-Arthrose operiert. Dabei erhielten 60 nur oberflächliche Hautschnitte,- 90 % beider Patientengruppen waren mit dem Operationsergebnis zufrieden.
    Bedeutet das nun, daß alle Operationen "Unfug" sind?
    Googelst Du mal nach dem Placebo-Effekt, dann wirst Du sicherlich überraschende Berichte zu lesen bekommen.
    Eine Studie belegte sogar, daß der Placebo-Effekt auch eintritt, wenn der Patient darüber informiert ist.
    Sollte mir ein Placebo tatsächlich einmal helfen,- was sollte ich dagegen haben, wenn mir dabei nicht wirklich etwas Schlimmes passiert oder zugefügt wird.
    Man darf nur nicht so weit gehen und meinen man hätte nun mit so einen Placebo ein Allheilmittel gefunden, mit dem sich eine goldene Nase verdienen läßt.
    Ich hab solche Salze noch nicht eingenommen, weiß aber von Freunden und Arbeitskollegen, daß die dafür 2-3 € ausgeben.
    Deshalb würde ich mich über das Thema eher nicht ereifern wollen.
    Diese Rechnungen mögen sicherlich nachvollziehbar sein, aber sie belegen in Anbetracht des Placebo-Effektes überhaupt nichts, und kosten unnötig Energie. CLICK, Click
    (Es lohnt sich aber auch die anderen Studien zu dem Thema durchzulesen, die es im Net und in der Literatur gibt, dann erübrigt sich die Arbeit mit der Herumrechnerei.)
    Eigentlich ist es eher schade, daß man diesen Effekt nicht gezielter und durchdachter einsetzen kann/ möchte.
    So verwerflich finde ich den gar nicht, auch wenn das sicherlich für den Patienten immer den Beigeschmack hat, er würde verarscht oder aber er sei ein Hypochonder.

    Herzlichst Feli
    Geändert von feli (01.01.2011 um 12:47 Uhr)

  6. #6
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    Standard AW: Schüßers Salze: Laien-Geschwurbel der besonderen Art

    Fakten zu Schüssler Salzen: Fakt ist, die Wirkung von Schüssler Salzen ist nicht belegt. Es gibt keine Studien dazu. Fakt ist aber auch, dass eine "Nichtbelegung" von Wirksamkeiten nicht gleichzusetzen ist mit "Bewiesener Unwirksamkeit".
    Also rein Wissenschaftlich noch nicht erforscht.

    Anmerkung zu ihrer "Rechnung". Sie haben zwar ausgerechnet, welche Menge rein unter "Gewichtsgesichtspunkten" verwendet wird, sind aber gar nicht darauf eingegangen, dass durch die Potenzierung (Vermahlung der entsprechenden Salze) eine "Wirkungsveränderung" zu erwarten ist.
    Wieso gilt das Gesetz Gesetz von Noyes-Whitney, demzufolge die Verringerung der Partikelgröße zu einer Vergrößerung der Oberfläche führt, welche wiederum die Auflösegeschwindigkeit der Partikel beschleunigt und dadurch die Bioverfügbarkeit eines Arzneimittels erhöht, nicht für Schüssler Salze?


  7. #7
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    Standard AW: Schüßers Salze: Laien-Geschwurbel der besonderen Art

    Die Partikelgröße in Mineralwasser dürfte deutlich geringer sein als irgendein sonstiges gemahlenes Salz....
    Da dort die Dosis meist auch höher ist, siehe Beitrag von Pianoman, und im Preis deutlich unter dem von 2-3€ liegt,
    siehe Beitrag von Feli, wüsste ich nicht warum ich mir das Zeug so kaufen sollte. Dazu noch mit unbewiesener Wirkung!


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  8. #8
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    Standard AW: Schüßers Salze: Laien-Geschwurbel der besonderen Art

    Hallo Feli,

    ich stimme Deinen Ansichten voll zu. Ich finde, man sollte doch den Placeboeffekt möglichst so groß wie möglich halten.
    Streng wissenschaftlich betrachtet sind doch wohl auch die "Selbstheilungskräfte" nicht im engeren Sinne wissenschaftlich "bewiesen". Wenn etwas dann Einfluß auf meine Selbstheilungskräfte hat, könnte ich es auch als esoterisch im Sinne von "geheimer Wissenschaft", bezeichnen.
    Einflüsse auf das Individuum sind nun mal der "Beweisbarkeit" durch die Wissenschaft nicht zugänglich, da eben keine Reproduzierbarkeit besteht.
    Wenn ich der Meinung bin, bei mir wäre "Änderungsbedarf" egal ob jetzt körperlich oder psychisch, probiere ich lieber Sachen aus, wo vielleicht ein Heilerfolg ungewiss ist, die Gefahr einer "Verschlimmbesserung" aber minimiert ist.

    Bei Schüssler Salzen besteht für mich aber auch eine "materielle Wirksamkeit". Daher gehe ich davon aus, dass man auch unter bestimmten Umständen, gewisse Salze eben nicht verwenden sollte. Genau dieser Austausch bezüglich möglicher Risiken, kann aber gar nicht stattfinden, da a priori hier immer eine "Unwirksamkeit" unterstellt wird.

    Liebe Grüße Ulrike

  9. #9
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    Standard AW: Schüßers Salze: Laien-Geschwurbel der besonderen Art

    Hallo Schubser,


    Die Partikelgröße in Mineralwasser dürfte deutlich geringer sein als irgendein sonstiges gemahlenes Salz....

    Auf Grund welcher wissenschaftlichen Erkenntnis kommst Du zu dieser Aussage ?

    Dazu noch mit unbewiesener Wirkung!
    Über die Wirkung von Magnesium, Kalium, Natrium...gibt es ja durchaus "bewiesene Wirkungen". Es ist ja nun nicht davon auszugehen, dass sich durch die Änderungen in der Partikelgröße sich auch das "Wirkspektrum" komplett verändert.

    Hinzu kommt, dass man bei allopathischen Medikamenten zwar teilweise Wirkungen "bewiesen" hat, dies aber ja leider noch keine Aussage für den "Individuellen Nutzen" zu läßt.
    Wenn z.B. die Einnahme von Paracetamol bei mir zwar wie erwartet eine Schmerzminderung herbeiführt, ich aber dann leider zu den Wenigen gehöre, bei denen die Verwendung von Paracetamol zum Leberversagen führt, dann kann von Nutzen ja wohl keine Rede mehr sein.

  10. #10
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    Standard AW: Schüßers Salze: Laien-Geschwurbel der besonderen Art

    @feli

    Ich halte es nicht für zuträglich, jede "spezifisch" wirkungslose "Therapie" nur deswegen nicht kritisch zu diskutieren, weil sich ein Placebo-Effekt nachweisen lässt. Die Placebo-Wirkung entwickelt sich langsam aber sicher zum Todschlag-Argument, ungeachtet der Tatsache, dass durch die dadurch vollzogene Legitimation untauglicher Therapien nicht gerade selten ein Nocebo-Effekt gegenüber spezifisch wirksamen Therapien einstellt.

    Allein das ist schon Grund genug, dem Placebo-Argument mit einer gewissen Vorsicht zu begegnen. Und wo wollen wir die Grenze ziehen, bei dem das Vertrauen auf einen persönlichen Fetisch, innerhalb eines sanft vor sich hin illusionierenden Aberglaubens, noch akzeptabel im Hinblick auf die psychische Gesundheit ist, und ab welcher Dimension wird das Bedürfnis nach einem individuellen Regentanz neurotisch?

    Kommt es Ihnen, als Angehörige eines medizinischen Berufs, nicht auch ein wenig bedenklich vor, dass Teile unserer Gesellschaft sich zwar mit aller Vehemenz gegen eine spezifische Pharmakotherapie aussprechen, jedoch keine Hemmungen haben, Tabletten und Kügelchen in sich hineinzuschaufeln, die keine Nachweise ihrer Wirksamkeit, ggf. ihrer Nebenwirkungsfreiheit, sprich Unschädlichkeit erbringen müssen?

    Kommt es Ihnen nicht auch merkwürdig vor, dass einerseits im Umgang mit diesen „Arzneien“ das Placebo-Argument ständig repertiert wird, anderseits aber dann doch abstruse Diskussionen über irgendeinen (nicht nachweisbaren, unplausiblen) Wirkmechanismus geführt werden?

    Z.B.
    Bei Schüssler Salzen besteht für mich aber auch eine "materielle Wirksamkeit". Daher gehe ich davon aus, dass man auch unter bestimmten Umständen, gewisse Salze eben nicht verwenden sollte.
    In der Dissertation einer wissenschaftlichen Mitarbeiterin der Anthropsophen-Klinik Witten-Herdecke (!), las ich vor kurzem folgenden Satz:

    Ethische Leitlinien mahnen die Verfügbarkeit evidenzbasierter, unverzerrter Informationen als Voraussetzung für eine informierte Entscheidungsfindung über therapeutische und diagnostische Entscheidungen für Patienten und Patientinnen als auch für Verbraucher und
    Verbraucherinnen an.
    „Ethisch“ ist also eine Medizin, die auf Ehrlichkeit dem Patienten gegenüber basiert.

    Oder doch nicht? Wollen wir wieder eine Medizin, in der Glaubensüberzeugungen eine zentrale Rolle spielen.

    Was meinen Sie, würde passieren, wenn anstelle einer auf Lüge und Desinformation basierenden (alternativen) Medizin, die Menschen daran gewöhnt werden würden, nach einer Konsultation den Hinweis zu akzeptieren: Für das, was Ihnen, lieber Patient, gerade ein paar Probleme bereitet, gibt´s kein Medikament. Das verschwindet wieder von allein. Vertrauen Sie mal auf die Selbstheilungskraft ihres Körpers.

    Meinen Sie nicht, dass auch hier ein Placebo-Effekt auftritt, wenn das Arzt-Patienten-Verhältnis von Vertrauen geprägt ist?

    Und es hätte einen ganz enormen Vorteil: Die Diskussion über VooDoo-Medizin, deren einziger Rettungsanker der Placebo-Effekt ist, würde sich wohl über kurz oder lang erübrigen.
    Geändert von Pianoman (10.01.2011 um 12:56 Uhr)
    People are told lies.
    There are 40 million websites and 39.9 million tell lies, sometimes outrageous lies.
    They mislead cancer patients, who are encouraged not only to pay their last penny
    but to be treated with something that shortens their lives.
    At the same time, people are gullible. It needs gullibility for the industry to succeed.
    It doesn't make me popular with the public, but it's the truth.
    Edzard Ernst über Alternativmedizin

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