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Diagnose PSC?!?!?

Dies ist eine Diskussion über "Diagnose PSC?!?!?" im "Krankheiten" Forum, als Teil von Patientenfragen.net
Hallo, seit inzwischen 8 Wochen steht bei mir die Verdachtsdiagnose PSC im Raum und macht mir schlaflose Nächte. Ich habe seit ca. 3 Monaten ...

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  #1 (Permalink)  
Alt 30.04.2008, 20:19
Benutzerbild von Anonymisiert
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Beiträge: 20
Standard Diagnose PSC?!?!? - Dieser Beitrag ist 17 Tage alt

Hallo,

seit inzwischen 8 Wochen steht bei mir die Verdachtsdiagnose PSC im Raum und macht mir schlaflose Nächte.

Ich habe seit ca. 3 Monaten Missempfindungen in beiden Beinen, vermutlich ausgelöst durch eine Nervenreizung / -schädigung im Rahmen eines starken Virusinfekts des Kehlkopfs; ferner habe ich seit ca. 4 Monaten immer wieder leichten Juckreiz am gesamten Körper. Sonst keine Symptome vorhanden.

Im Rahmen einer MRT Untersuchung meinte ein Radiologe mir etwas Gutes tun zu wollen und hat im Rahmen eines MRT des Bauches (auf der Suche nach der Ursache für die Missempfindungen in den Beinen) auch ein MRCP (wg. des Juckreiz) durchgeführt. Auf Basis dieser Untersuchung (ohne Kontrastmittel) hat er die Verdachtsdiagnose PSC in den Raum gestellt.

Es wurde eine vollständige Darmspiegelung durchgeführt inkl. Probenentnahme, alles in Ordnung.

Meine Laborwerte (GOT, GPT, GGT, AP, CRP, Bilirubin, Harnstoff, Harnsäure, etc.) sind alle im Normbereich. Lediglich die Gallensäure schwankt. Einmal wurde direkt nach der Darmspiegelung (d.h. abgeführt und nüchtern seit 2 Tagen) ein Normalwert (2,3) gemessen. Eine erneute Überprüfung (nicht nüchtern) hat nun einen erhöhten Wert (13) ergeben.

Ferner für p-ANCA getestet, auch im Normalbereich.

Bisher haben sowohl der ambulante Gastroenterologe, als auch der Chefarzt der Inneren von einer ERCP abgeraten, da die MRCP nicht eindeutig sei. Aufgrund der erhöhten Gallensäure steht noch doch wieder ggf. die Frage nach einer ERCP im Raum.

Wie ist Eure Meinung zu der Situation und dem Sinn / Risiko einer ERCP?

Vielen Dank für jeden Hinweis.

Viele Grüße
Alex
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  #2 (Permalink)  
Alt 30.04.2008, 21:52
Benutzerbild von lucy230279
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Standard AW: Diagnose PSC?!?!? - Dieser Beitrag ist 17 Tage alt

hallo alex (wieso schreibst du dann anonym?)

es wäre schön wenn du nicht nur mit abkürzungen hier hantieren würdest, denn die meisten unserer user sind nicht vom fach..

kannst du uns die abkürzung erklären?
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  #3 (Permalink)  
Alt 01.05.2008, 05:21
Benutzerbild von Patientenschubser
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Blog-Einträge: 14
Standard AW: Diagnose PSC?!?!? - Dieser Beitrag ist 17 Tage alt

PSC = Primär sklerosierende Cholangitis

Primär (lat.)
an erster Stelle
Sklerosierend vernarbend
Cholangitis Entzündung der Gallengänge

Die primär sklerosierende Cholangitis (PSC) gehört zusammen mit der primär biliären Zirrhose (PBC) zu den sogenannten autoimmunen primär biliären Leberkrankheiten. Bei den primär biliären Leberkrankheiten spielen sich die krankhaften Veränderungen ganz überwiegend an den in- und außerhalb der Leber gelegenen Gallenwegen ab, erst im fortgeschrittenen Stadium greift die Krankheit auch auf das Lebergewebe über. Die primär sklerosierende Cholangitis ist eine chronisch verlaufende Krankheit, bei der sich Bindegewebsfasern zwiebelschalenartig um die kleinen Gallengänge anordnen. Die Gallengänge bilden sich allmählich zurück. Es liegt dann eine fibrosierende, obliterierende cholestatische Leberkrankheit vor. Unbehandelt ist die Prognose der PSC unsicher. Das heißt, sie kann in wechselnd starken Schüben verlaufen und allmählich in eine Leberzirrhose übergehen.
Die 5- Jahreslebenserwartung beträgt 70%.

weiterlesen

gruß Schubser
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  #4 (Permalink)  
Alt 01.05.2008, 11:27
Benutzerbild von dreamchaser
Ärztin
 
Registriert seit: 24.12.2007
Alter: 27
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Beiträge: 57
Standard AW: Diagnose PSC?!?!? - Dieser Beitrag ist 16 Tage alt

Aufgrund der dargestellten Befunde würde ich eine Primär Sklerosierende Cholangitis (PSC) eher ausschliessen als diagnostizieren.
Bei der PSC sind die Gamma-GT und Alkalische Phosphatase typischerweise erhöht, in 80% wird zusätzlich ein Antikörper (p-ANCA) gefunden. Weiterhin ist diese Erkrankung in 80% mit einer Colitis ulcerosa asoziiert (was ja durch die Biopsie bei der Darmspiegelung ausgeschlossen wurde), ist aber nicht häufig (1:100000/Jahr).
In der Magnetresonanzcholangiographie (Darstellung der Gallengänge mit Kernspin) zeigt sich ein typisches Muster - dann wird eine Biopsie gemacht, die bei PSC typisch ist!!! Also mit einer negativen Biopsie ist die Diagnose eher ausgeschlossen (d.h. statt einer ERC (= Darstellung der Gallenwege mittels Kontrastmittel ,das von unten in den Gallengang gespritzt wird) würde dir eine Leberbiopsie mehr Gewissheit bringen).
Die erhöhten Gallensäuren und der Juckreiz können auch andere Gründe haben, ebenso die Nervenstörungen in den Beinen...wenn die Chefs der Gastroeneterologie und Inneren sich gegen eine ERCP aussprechen, dann nicht ohne Grund. Denn eine ERC bringt gewisse Risken mit sich (Entzündung der Bauchspeicheldrüse, Schäden durch Kontrastmittel, Verletzungen).

Geändert von dreamchaser (01.05.2008 um 11:33 Uhr).
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