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Thema: Depression oder doch nicht?

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In dieser Diskussion geht es um "Depression oder doch nicht?" im "Krankheiten" Forum, als Teil von Patientenfragen.net
...

  1. #1
    Ganz neu hier
    Geschlecht
    maennlich
    Alter
    36 Jahre
    Mitglied seit
    03.01.2012
    Beiträge
    1

    Standard Depression oder doch nicht?

    Hallo zusammen,

    in diesem Forum habe ich mich angemeldet, weil meine Frau krank ist und keine Besserung und Sicht ist und wir eigentlich immer noch nicht wissen was sie hat. Wir wissen auch gar nicht wie wir weiter machen sollen. Vielleicht erkennt sich jemand in dem geschriebenen Text wieder oder kann irgendwelche Tipps geben.

    Wir haben vor 3 Jahren geheiratet. Im 1. Jahr haben wir viel gestritten. Einer Nacht wachte meiner Frau mit Atemnot auf, zumindest hat sie dies behauptet. Sie wurde mit Krankenwagen ins Spital gebracht, dort hat man ihr Beruhigungstabletten und Schmwerzmittel gegeben. Sie war wie betäubt, konnte sich kaum bewegen, wusste nicht wo sie ist, wollte die ganze Zeit nur trinken. Sie hat sich aber erholt, die Ärzte haben gesagt es sei Stress gewesen.
    Danach hat sie sehr oft über Kopfschmerzen geklagt, hatte depressive Stimmungen. Jedes mal, wenn jemand etwas über sie gesagt hatte, hat sie das sofort als Angriff interpretiert und war in einer schlechten Stimmung. Ständig wiederholte sie, dass sie meine Erwartungen als Ehefrau nicht erfülle obwohl ich ihr oft klar und deutlich gesagt habe, dass meine einzige Erwartung ist, dass es ihr gut geht.

    So ging das über ca. 2 Jahre weiter: Kopfschmerzen, depressive Stimmungen, wirre Gedanken, Angst. Diese Phasen dauerten aber ein bis zwei Wochen, danach war alles "normal". Sie konnte in den "guten/normal" Phasen ganz gewöhnlich funktionieren: arbeiten, essen, sprechen, hatte keine Beschwerden.

    Der Arzt hatte einmal wegen Kopfschmerzen ein CT des Kopfes machen lassen aber es war alles gut.

    Letztes Jahr wurde es ganz schlimm: innerhalb einer der depressiven Phasen konnte meine Frau ihre Beine nicht mehr bewegen. Sie war wie ausgeschalten. Wusste nicht wo sie sich befindet als man sie ins Krankenhaus gebracht hat. Sie konnte unter Beruhigungsmitteln nur schlafen. Sie hat sich auch von diesem Anfall wieder erholt.

    Einige Monate später wurde meine Frau schwanger, die ganzen 9 Monate war sie glücklich und zufrieden - keine Anfälle. 3 Monate nach der Geburt ging alles wieder los:

    - starke Kopfschmerzen
    - starke Rückenschmerzen
    - Weinerlichkeit
    - Wirre Gedanken
    - Taubheit und Kribbeln in den Armen und Beinen (vor allem nachts)
    - Kraftlosigkeit und Unfähigkeit ein Bein zu bewegen und somit zu laufen
    - depressive Stimmung
    - Schmerzen in der Leiste und Bauchschmerzen (vor allem kurz vor der Blutung)
    - Plötzlich verschlechterung des Sehvermögens (Brille notwendig)

    Folgende Untersuchungen wurden gemacht und für in Ordnung befunden:

    - Blutbild
    - Schilddrüse
    - Hormonspiegel
    - CT des Kopfes
    - EKG

    Der Arzt hat auf unsere Bitte eine MRI des Kopfes machen lassen. Es wurde nur eine ca. 7mm lange Zyste in der nähe der Zirbeldrüse gefunden, die scheinbar harmlos ist.
    Der Arzt hat Schmerztabletten verschrieben und ausserdem Seralin für die Depression.

    Der Hausarzt sagt meine Frau muss mit ihren Verstimmungen klar kommen. Es gäbe kein Wundermittel dafür. Meine Frau muss einfach mit Kritik umgehen können, um mit anderen Menschen leben zu können. Kritik und falsche Reaktion auf bestimmte Situationen seien die Ursache für die Symptome die sie plagen.
    Der Arzt sagt, dass eventuell eine Psychotherapie helfen könnte aber eine Garantie gäbe es keine. Im Moment sollen einfach nur die Symptome: Unruhe, Nervosität und (Rücken-)Schmerzen behandelt werden.

    Ich selber wundere mich sehr, dass eine scheinbar psychische Erkrankung scheinbar so viele körperliche Beschwerden verursachen kann. Ich weiss auch gar nicht mehr weiter. Meine Frau war bereits vor zwei Jahren bei einer Psychotherapeutin die sie bereits als gesund wieder entlassen hat.

    Jemand einen Rat oder wenigstens eine Meinung?

    Tschau
    Neosphere
    Geändert von Neosphere (03.01.2012 um 12:20 Uhr)

  2. #2
    Nachtigall
    Gast

    Standard AW: Depression oder doch nicht?

    Hallo Neosphere,
    ihr habt ja bisher eine Menge zusammen durchgestanden. Ich gebe einfach mal so meine Gedanken wieder, die mir beim Lesen deines Berichts kommen.

    Da die Ärzte alles Mögliche durchgecheckt und für in Ordnung befunden haben, liegt es auf der Hand, dass ihren Beschwerden eine psychische Ursache zugrundeliegt. Aber ich finde, der Hausarzt redet sich leicht, dass deine Frau mit Kritik umgehen können und mit ihren Verstimmungen klarkommen muss, und dass es keine Garantie für den Erfolg einer Psychotherapie gibt. Er hätte ja da mehr erklären können, um euch nicht allen Mut zu nehmen, aber dafür haben die Ärzte heutzutage leider keine Zeit mehr. Ich will mal auf deine Frage eingehen, wie die Psyche solche körperlichen Beschwerden verursachen kann.

    Jeder Mensch hat eine empfindsame Seele (griechisch: Psyche). Wenn das seelische Gleichgewicht gestört ist durch schlimme Erfahrungen, Stress, Sorgen, zwischenmenschliche Probleme usw., dann äußert sich das irgendwie. Man kennt gut die körperlichen Reaktionen, z. B. Bauchweh bei Kummer, Durchfall bei Aufregung, Herzklopfen bei Freude usw. Man sieht auch von weitem an der Körperhaltung und am Gesichtsausdruck, wie es dem anderen geht. Wenn man sich freut, strahlt das Gesicht und man geht schwungvoll umher. Wenn man traurig ist, geht man gebeugt und mit gesenktem Kopf. Da könnte man viele Beispiele anführen, wie sich die Seele durch den Körper äußert.
    Das Unterbewusstsein (oder Unbewusste) speichert alle Eindrücke, auch die, die wir nicht bewusst wahrnehmen. Im Schlaf arbeitet das Unterbewusstsein und durch Träume werden die Eindrücke verarbeitet. Wenn man nachts nicht schlafen kann (egal warum), kann man nicht träumen und nicht verarbeiten, deshalb ist man dann auch schnell nervlich angespannt und belastet. Nächtliches Zähneknirschen z. B. zeigt, dass die Seele etwas Ungutes beschäftigt, was aber nicht gut verarbeitet werden kann, weil ein wirkliches Problem dahintersteckt.
    Wenn die Seele aus dem Gleichgewicht ist, verspannt und verkrampft sich der Körper. Kopfscmerzen, Rückenschmerzen, Bauchschmerzen und viele andere Beschwerden können davon kommen.

    Wenn eine Psychotherapie nichts geholfen hat, liegt es meines Erachtens entweder am Therapeuten, dass evtl. die Chemie zwischen beiden nicht gestimmt hat, dass der Therapeut falsch angesetzt hat, oder es liegt am Patienten. Hier im Forum hab ich schon oft gelesen, dass viele Patienten den Therapeuten Wichtiges verschweigen. Oder sie können vom Therapeuten weder einen Rat noch eine Erklärung annehmen, das kenne ich auch ausmeinem Umfeld.
    Ich kenne jemanden, bei dem hat die Psychologin immer nur von der gegenwärtigen Situation gesprochen, sie ist aber nie in die Vergangenheit zurückgegangen, und so konnten schwere seelische Traumen nicht behandelt werden. Er hat dann in der Reha einen Psychologen gefunden, der ihm besser zusagte und ihm auch helfen konnte.
    Es ist schwer, einen guten Therapeuten zu finden, aber dann muss der Patient auch den Willen haben, sich helfen zu lassen, und gut mitarbeiten.

    Dass die Schwangerschaft und die Zeit nach der Geburt beschwerdefrei waren, bestärkt mich in meiner Ahnung. Ich will mal weiter ausholen:
    Es könnte sein, dass deine Frau in ihrer Kindheit und Jugend so einiges Ungute oder gar Traumatische erlebt hat, das sie verdrängt und nie verarbeitet hat. Es ist ganz normal und geht jedem Menschen so, dass man aus der Kindheit und Jugend kleinere oder größere seelische Verletzungen mitbringt, die man dann aber als Erwachsener anders einschätzen und damit verarbeiten kann. Es gibt aber viele junge Leute, die Schlimmes erlebt haben und es aber verdrängen mussten, um überhaupt weiterleben zu können. Da diese Dinge aber im Unterbewusstsein gespeichert sind, schwelen sie wie körperliche Wunden, die vermeintlich zugeheilt sind, aber von innen her aufbrechen und eitern und den ganzen Organismus vergiften können.
    Das Ganze führt oft dazu, dass man sich wertlos oder minderwertig fühlt, auch wenn man nach außen hin nicht so scheint oder es sich nicht eingesteht. Ich vermute, dass es bei deiner Frau auch so sein könnte, erst mit Schwangerschaft und Geburt ihres Kindes fühlte sie sich wertvoll, weil sie einem neuen Menschen das Leben schenken durfte. Nun ist das Baby aber da, und die alten Gefühle sind auch wieder da.
    Ich gehe gedanklich weiter und ahne, dass ihre Minderwertigkeitsgefühle zu einer Depression geführt haben.
    Deshalb kann sie keine Kritik ertragen, weil sie sich in ihrer Person angegriffen und dann noch minderwertiger fühlt. Da kannst du sie noch so stützen und mit Engelszungen reden, es bringt nichts, solange sie nicht begreift, dass sie einfach so ein wertvoller Mensch ist, einfach weil sie ein Kind Gottes ist. Da muss man nichts leisten oder können oder schön sein, wertvoll ist man einfach so. Sie muss lernen, ihre Würde zu erkennen.

    Was sie tun kann: Erst mal weiter ihr Antidepressivum nehmen, wenn es ihr hilft. Dann eine neue Psychotherapie ansteuern. Ihr könnt es auch bei Familientherapeuten in einer Beratungsstelle versuchen, das sind Sozialpädagogen, die auch täglich mit solchen Dingen beschäftigt sind. Auf jeden Fall sollten alte Wunden professionell, aber behutsam aufgedeckt und behandelt werden, und deine Frau muss ehrlich alles erzählen, sonst können die Wunden nie geheilt werden und sie wird immer so weitermachen wie bisher.
    Was du tun kannst: Sag deiner Frau immer wieder, dass sie ein wertvoller Mensch ist, nicht nur in deinen Augen, sondern überhaupt, egal ob sie Fehler macht oder Figurprobleme hat usw. Sag ihr, dass du zu ihr stehst und ihr helfen willst, und falls es schlimme Dinge in der Vergangenheit gibt, dass du sie nicht verurteilst. (So in etwa, es kommt auf die Situation an, wann du was wie sagst.)
    Du kannst hier gerne weitererzählen oder als PN, wenn euch das weiterhelfen könnte.

    Ich wünsche euch alles Liebe und Gute!

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